Zahl der Flüchtlingshelfer in Hamburg sinkt

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Sabine Winter (l.), die Bereichsleiterin für Hamburg Mitte und Ulrike Wortmeyer, die Leiterin der Einrichtung in der Weddestraße Foto: kg

Vereine warnen: Bedarf ist noch riesig. Begleiter zu Ämtern und Ärzten gesucht

Hamburg-Horn Das Engagement für geflüchtete Menschen war in Hamburg das gesamte vergangene Jahr über groß. Jetzt brechen die Zahlen der freiwilligen Helfer ein. „Der Bedarf ist aber immer noch riesengroß“, weiß Susanne Fink-Knodel, die Ehrenamt-Koordinatorin in der Flüchtlingsarbeit der Kirchengemeinden Schiffbek und Öjendorf. Seit April dieses Jahres arbeiten das Mehrgenerationenhaus und das Rauhe Haus auf einer Stelle zusammen, um die ehrenamtliche Arbeit mit Geflüchteten zu fördern und zu vernetzen. Thomas Schlesier ist dabei im Büro des Rauhen Hauses hauptsächlich in der Wohnunterkunft Billbrook unterwegs und begleitet die Ehrenamtlichen und Geflüchteten zusätzlich zu den Mitarbeiter von fördern & wohnen. Susanne Fink-Knodel hat ihren Sitz im Mehrgenerationenhaus an der Merkenstraße und ist dort Ansprechpartnerin für alle Freiwilligen, die helfen wollen. „Von einst 80 Helfern sind hier in der Unterkunft in der Weddestraße in Horn gerade einmal zwölf übrig geblieben. Eine erschreckende Bilanz, denn Unterstützung ist immer noch in vielen Bereichen gefragt. Von der Begleitung zu den Ämtern und Ärzten, bis zum Deutschunterricht und der Freizeitgestaltung brauchen die Menschen hier Hilfe in vielen Alltagssituationen“, erklärt auch Ulrike Wortmeyer, die Leiterin der Einrichtung, die aktuelle Situation. Warum die Ehrenamtlichen, die im vergangenen Jahr in der ganzen Stadt tätig waren, jetzt nicht mehr dabei sind, „mag ganz verschiedene Gründe haben“. Viele seien nach Monaten der Hilfeleistung einfach erschöpft, vermutet Susanne Fink-Knodel, andere vielleicht auch verunsichert, durch die Diskussionen, die rund um das Thema entstanden sind, andere auch frustriert, weil immer wieder auch Menschen, die schon in das System integriert waren, dann doch abgeschoben werden. Mohaggim Strip-Syeg ist als Kind aus Indien nach Hamburg gekommen und heute als freiwilliger Helfer in der Unterkunft Weddestraße engagiert. Besonders gebraucht werden in den Unterkünften vor allem Menschen, die sich um die jungen Männer und deren Freizeitgestaltung kümmern und Freiwillige, die bei Behördengängen helfen, weiß Strip-Syeg. „Wir freuen uns aber erst einmal über jeden, der Zeit findet, uns zu unterstützen“, so Susanne Fink-Knodel. Wer Interesse hat, kann sich einfach bei ihr im Büro melden. „Die geflüchteten Familien sind dankbar für jede Hilfe“. (kg)

Weitere Infos: Mehrgenerationenhaus, Telefon 714 03 200, Merkenstraße 4
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