Zebrastreifen statt Ampel

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Statt auf den Ampelknopf zu drücken, halten die Kinder der Grundschule Sonnenland jetzt die Hand raus. Die meisten Autofahrer halten Foto: Grell

Nach Umbau wird die Steinbeker Marktstraße wieder sicherer

Billstedt Im vergangenen Frühjahr war die Fußgängerampel in der Steinbeker Marktstraße, die von Schulkindern der Grundschule Sonnenland täglich frequentiert wird, praktisch über Nacht verschwunden. Entsetzte Eltern mussten nun ihre Kinder auf dem Weg zur ersten Stunde oft wieder begleiten. Zu groß war die Angst vor einem Unfall auf der teilweise stark befahrenen Straße. „Hier fahren nicht alle Autofahrer Tempo 50“, beschwert sich Julia Gotwich-Bandal, die sofort handelte und mit einer Unterschriftenliste zum Bezirk Mitte ging. Auch Frank Ramlow (SPD) wurde informiert. „Ich habe mir die Lage vor Ort angesehen“, so der SPD-Politiker „und gleich festgestellt, dass hier Handlungsbedarf ist“. Nicht nur die überhöhte Geschwindigkeit vieler Fahrer versetzte die Eltern der Grundschüler in Angst und Schrecken, auch die vielen parkenden Autos in der Steinbeker Marktstraße machen das Überqueren der Fahrbahn zu einem gefährlichen Abenteuer.

Statistik statt Einzelfall


Bei Rainer Lübbert vom PK 42 nachgefragt, erhielt Frank Ramlow eine bedauerliche Information: „Bei den aktuellen Messungen, nachdem die Ampelanlage defekt war, wurde eine Anzahl von weniger als 80 Personen pro Stunde festgestellt“. Das bedeutete für die aufgebrachten Eltern, die Ampel sei ganz einfach nicht mehr lohnenswert und werde damit auch nicht ersetzt. Keine zufriedenstellende Antwort. Der Einsatz über mehrere Monate hat sich am Ende gelohnt. „Seit einer Woche haben wir hier einen Zebrastreifen“, freut sich Mutter Julia mit ihren Kindern Nico und Emma. „Endlich kann ich die beiden wieder unbesorgt auf den Schulweg schicken. Wie ihr geht es auch vielen anderen Eltern, die nicht verstehen wollten, warum die Sicherheit ihrer Kids nicht oberste Priorität haben sollte. „Es kann doch in so einem Einzelfall nicht nur um Statistiken gehen“, beklagte auch das Team der Schule am Sonnenweg. Gerade in der dunklen Jahreszeit im Herbst und Winter sei das Überqueren der Straßen an einer Ampel oder einem Zebrastreifen absolut wichtig für die Fünf- bis Zehnjährigen. „Ein Fußgängerüberweg ist hier das Mindeste“, meint auch Frank Ramlow. Die Eltern sind mit dem Zebrastreifen zunächst zufrieden. Ob es hier irgendwann einmal wieder eine Ampel geben könnte, ist nicht klar, sicherer ist der Schulweg aber auf jeden Fall geworden. (kg)

Info:
Mit einem Zebrastreifen soll den Fußgängern das leichtere Überschreiten einer Straße ermöglicht werden. An Fußgängerüberwegen müssen alle Fahrzeuge (auch Radfahrer!) den Fußgängern das Überqueren ermöglichen, der hier das absolute Vorrecht hat. Für den Autofahrer deutlich erkennbar sollte der Fußgänger signalisieren, dass er den Zebrastreifen benutzen will. Der Fußgänger sollte durch Blickkontakt oder durch ein Handzeichen seine Absicht deutlich machen. Radfahrer müssen absteigen und das Rad schieben. (kg)
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