Zeitreise zur Landstraße

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Als man in der Horner Landstraße noch alle 500 Meter tanken konnte und die Straßenbahn fuhr: Die BP-Tankstelle bei der Nummer 194 im Jahre 1968 Quelle: Archiv der GW

Diavortrag der Geschichtswerkstatt zum letzten Mal im Martins-Gemeindehaus

Horn Ohne sie gäbe es Horn vielleicht gar nicht – die Horner Landstraße. Denn sie war schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Stadtteils im Jahre 1306 eine „vielbefahrene“ Straße. Es gab damals nämlich im Hamburger Stadtbereich keine Brücke über die Elbe, so dass der gesamte Verkehr in Richtung Süden zuerst einmal nach Osten bis hinter Lauenburg führte, wo es eine seichte Elbstelle gab, die man ohne Brücke oder Fähre überqueren konnte. Die reichen Hamburger Kaufleute erkannten schon bald, dass man mit den Billauen ein hervorragendes Fleckchen für die sommerlichen Landhäuser gefunden hatte.
So säumten - für damalige Zeiten - imposante Landhäuser und Villen die Horner Landstraße, immer wieder unterbrochen von Gasthäusern. Diese waren teilweise weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt, wie z.B. der Schinkenkrug mit seiner Blutegelbörse oder der „Letzte Heller“ mit dem größten Biergarten der Stadt. Der große Garten bot bis zu 2000 Besuchern Platz, die auch zahlreich aus der stinkenden Großstadt mit den Pferdeomnibussen und später der Straßenbahn direkt bis vor das Lokal fuhren. 1841 eröffnete der damalige Wirt Schardel Berg hier den ersten deutschen Zoologischen Garten, lange bevor Hagenbeck auf die Idee kam, exotische Tiere öffentlich auszustellen.
Die Villen und Parks, das Wohnhaus der Freiheitskämpferin Anna Lühring, den ersten Laden von Fahrrad Pagels, den Verkaufstresen von Eisenwarenladen Mauer, das Straßenbahndepot, den Zoo und die ersten Industrieansiedlungen lässt die Geschichtswerkstatt Horn in einem 90minütigen Lichtbildervortrag mit wunderschönen Archivbildern wieder auferstehen. Dieser Vortrag ist übrigens der letzte im Gemeindehaus, in dem die Geschichtswerkstatt Horn 19 Jahre zu Gast sein durfte. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge zieht man im Januar in die neuen Räumlichkeiten im Stadtteilhaus „Horner Freiheit“. „Die Martinskirche hat uns in all den Jahren hervorragend unterstützt, der Abschied vom Mitarbeiterteam fällt schwer. Aber wir freuen uns natürlich auch riesig auf unsere neue Unterkunft“ sagt Gerd von Borstel, erster Vorsitzender der Werkstatt. Und der Kontakt zur Martinskirche bricht nicht ab, denn der alte Archivraum bleibt als Lagerraum für Materialien und Ausstellungsstücke weiterhin erhalten.

Die Zeitreise startet am Donnerstag, 26. November um 19 Uhr im Gemeindehaus der Martinskirche, Bei der Martinskirche 2. Der Preis beträgt 4 Euro pro Person
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