Zweispurig im Zentrum?

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Stichprobenartige Beobachtungen zeigten, dass der Radfahrstreifen häufig durch Lieferverkehr zugeparkt ist. Für die Testphase wurde der Fahrradverkehr zugunsten breiterer Gehwege auf die Fahrbahn verlegtFoto: Sichting

Erste Bilanz nach Test auf Billstedter Hauptstraße

Von Mathias Sichting
Billstedt. Billstedts Zentrum wird weiter aufgewertet. Dazu gehören die Verminderung der Barrierewirkung und die Steigerung der Fahrradfreundlichkeit des Stadtteilzentrums. Die viel befahrene Billstedter Hauptstraße besaß bisher eine trennende Wirkung.
Ältere Menschen, Gehbehinderte oder Radfahrer hatten oftmals Probleme, die hochfrequentierte Straße zwischen Reclamstraße und Am Alten Zoll gefahrlos zu überqueren oder zu passieren. Der Weg über die Fußgängerbrücke ist mühsam.
Um die Barrierewirkung zu verringern, wurde der Verkehr im vergangenen Jahr während einer Testphase von vier auf zwei Fahrstreifen reduziert. Der Fahrradverkehr zu Gunsten breiterer Fußwege auf die Straße verlegt. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen entstand im Bereich der Fußgänger-
brücke eine ebenerdige Überquerung.
Weniger Verkehr nach Rückbau
Diese Zahlen könnten dem Rückbauprojekt recht geben: Im Zuge zweier Verkehrszählungen im April 2012 und 2013 konnte nach dem Rückbau eine Verkehrsabnahme um drei Prozent registriert werden. Außerdem wurde ein deutlicher Rückgang des stadteinwärtigen Verkehrs um 15 Prozent verzeichnet. Zu den Hauptverkehrszeiten morgens (zwischen 7.30 und 8.30 Uhr) und nachmittags (16 bis 18 Uhr) war keine nennenswerte Veränderung zu beobachten. Erfreulich: Die Zahl der Unfälle hat sich nach Polizeiangaben nicht erhöht.

Online-Befragung

Neben den Verkehrszählungen wurde zusätzlich eine Online-Befragung durchgeführt. Zwischen September und Ende Oktober 2012 konnten Anwohner an dieser teilnehmen und persönliche Erfahrungen äußern. 213 beantwortete Fragenkataloge haben unter anderem ergeben, dass die Billstedter Hauptstraße für 60 Prozent der Beteiligten als Fußgänger zweispurig besser zu benutzen und zu überqueren ist.
65 Prozent können die Hauptstraße jetzt mit dem Rad besser befahren. 19 Prozent der Befragten stellten als Fußgänger und Radfahrer eine Verschlechterung fest. Autofahrer empfinden den Verkehrsfluss seit der Ummarkierung zu 29 Prozent „flüssiger als vorher“ und zu 40 Prozent „etwas zähflüssiger, aber verträglich“. 19 Prozent der Befragten werteten den Verkehr „aufgrund von Staus als unerträglich“. Gut kam auch die neue Überquerung weg: Mehrfach wurde diese gelobt und als praktikable Hilfe beim Überqueren der Straße herausgehoben.
75 Prozent der befragten Bill-stedter sprachen sich für eine „weitere Reduzierung auf zwei Fahrstreifen plus Radfahrstreifen“ aus. Ein eindeutiges Votum, aber noch nicht das Ende der Stadtteilentwicklung und vor allem nicht das Endergebnis der Diskussion um diesen Bereich.

Weitere Ergebnisse und Maßnahmen werden offiziell bei einem Themenabend am Mittwoch, 22. Januar ab 19 Uhr im Saal der Kreuzkirche, Billstedter Hauptstraße 90, vorgestellt und anschließend öffentlich diskutiert. Die Fachämter Management des öffentlichen Raumes und Stadt- und Landschaftsplanung laden dazu ein. Vertreter des Verkehrsplanungsbüros SBI stellen die Ergebnisse der Zählungen vor.
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