Zwischen Bunker, Oldtimer und Luftbild

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Bereits auf dem Stadtteilfest waren die beiden Oldtimer der Blickfang zur Ausstellung Foto: Geschichtswerkstatt Horn
 
Besucher können am Luftbild von Horn puzzeln Foto: Geschichtswerkstatt Horn

20 Institutionen laden zum Tag der Geschichtswerkstätten

Hamburg. In diesem Jahr veranstalten die Hamburger Geschichtswerkstätten erstmals den „Tag der Geschichtswerkstätten“. Sämtliche Einrichtungen öffnen ihre Archive und bieten zudem ein vielfältiges Programm an. In Billstedt kann man auf einer Radtour den Stadtteil »jenseits der Klischees« kennenlernen, Horn bietet ein Luftbildpuzzle auf historischen Landkarten, Hamm lädt zur Bunkerführung ein – und das ist nur ein kleiner Teil aus dem reichhaltigen Programm.
„Wir freuen uns, den Hamburgern einen Ausschnitt aus unserer vielfältigen und engagierten Arbeit bei der Aufarbeitung und Dokumentation der Geschichte unserer Stadt zeigen zu können“, sagt Dr. Geerd Dahms der Sprecher des Dachverbandes „Geschichtswerkstätten Hamburg e.V.“. Hinzu kommt aber noch ein Anliegen: „Wir wollen dabei auch auf die extrem schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen hinweisen, unter denen wir diese Arbeit leisten. Die jährliche institutionelle Förderung liegt derzeit unter dem Niveau des Jahres 1993.“
Aktuell gibt es in Hamburg 20 Geschichtswerkstätten. Sie sammeln Stadtteilfotos und Dokumente, betreiben Archive, veranstalten stadtteilgeschichtliche Ausstellungen und erarbeiten Publikationen, bieten Rundgänge und Rundfahrten an, und pflegen Websites, auf denen sie ihre Angebote übers Internet bekannt machen. 2013 wurden sie für ihre „hervorragende Arbeit“ mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung ausgezeichnet. Doch nur 13 dieser Geschichtswerkstätten erhalten eine regelmäßige jährliche Förderung. Diese fällt zudem sehr unterschiedlich aus. Während einige Einrichtungen aus den von der Stadt gewährten Mitteln hauptamtliche Mitarbeitende bezahlen können, reichen sie bei anderen noch nicht einmal zur Zahlung der Miete. Manche Geschichtswerkstätten wie die in Horn, Billstedt, Wandsbek oder Harburg bekommen überhaupt keine institutionelle Förderung, die Geschichtswerkstätten in St. Georg, Jarrestadt und Dulsberg nur geringfügig. Das heißt, die Hauptarbeit wird ehrenamtlich erledigt.
„Um unsere Arbeit ohne Not fortführen zu können, brauchen wir eine Erhöhung der institutionellen Förderung von zurzeit etwa 430.000 Euro auf 841.000 Euro“, fordert Geerd Dahms. „Und das sind auch nur rund 0,4 Prozent des Kulturetats oder 0,008 Prozent des Gesamthaushalts der Stadt“. Ein entsprechender Appell der Hamburger Geschichtswerkstätten, der von den meisten Bezirksversammlungen Hamburgs unterstützt wird, liegt seit Anfang Juni 2014 bei den Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft sowie bei der Kultursenatorin.
Die Archive im Einzugsbereich dieser Wochenblatt-Ausgabe bieten am 5. Oktober natürlich auch ein umfangreiches Programm:

Stadtteilarchiv Hamm

Beim Stadtteilarchiv Hamm, Carl-Petersen-Straße 76, sind die Türen von 10 bis 15 Uhr geöffnet.
Um 10 Uhr gibt eine Bunkerführung, Treffpunkt: Wichernsweg 16, Dauer ca. 45 Minuten.
Zweimal – um 11 und um 13 Uhr – stellen die Mitarbeiter das digitale Text- und Bildarchiv vor.
An einem Rundgang durch den östlichen Teil der Carl-Petersen-Straße mit dem Titel „Mittelstraße zwischen Hammer Park und Hinter den Höfen“ können die Besucher um 12 Uhr teilnehmen.
Geschichtswerkstatt Horn
Die Hobbyhistoriker der Geschichtswerkstatt Horn öffnen ihr Archiv von 14 bis 18 Uhr und zeigen Einblicke in die umfangreiche Bild- und Textsammlung. Auch kleine Exponate aus der Horner Geschichte werden ausgestellt. An einem Büchertisch können alte Horn-Kalender und das Straßennamen-Buch erworben werden. Wer die diesjährige Bilderausstellung beim Stadtteilfest verpasst hat, findet nun noch einmal die Gelegenheit, sie sich anzusehen. Unter dem Motto „Mobilität im Wandel der Zeit - was Horner bewegt(e)“ widmet man sich in den Bildtexten ausführlich allem, was drei und vier Räder hat. Wenn das Wetter mitspielt und es nicht in Strömen regnet, werden sich – passend zum Thema – einige echte Oldtimer auf dem Kirchenparkplatz einfinden. Auf einer Großbildleinwand werden darüber hinaus laufend weitere Bildershows gezeigt.
Die Besucher können auch interaktiv die Horner Geschichte erleben. Ein Luftbildpuzzle für die Erwachsenen und eine detektivische Spurensuche für Kinder laden zum Mitmachen ein!
Um 15 Uhr findet ein kleiner Rundgang durch die Martinskirche statt und um 17 Uhr endet die Veranstaltung mit einem ca. 45 minütigen Lichtbildervortrag „In 7 Schritten vom Dorf zum Stadtteil“ und der Bedeutung ausgewählter Horner Straßennamen.
Alle Veranstaltungen finden im Gemeindehaus der Martinskirche statt, Bei der Martinskirche 2.
Die Geschichtswerkstatt Billstedt führt an diesem Tag eine Fahrradrundfahrt sowie einen Rundgang durch das Billstedter Zentrum durch. Außerdem besteht von 14 bis 17 Uhr die Möglichkeit, im Büro am Öjendorfer Weg 30a in alten Zeitungen zu stöbern.
Sonntag, 5. Oktober: Billstedt jenseits der Klischees. Fahrradrundfahrt durch einen ganz anderen Stadtteil. Start: Kulturpalast Billstedt, Öjendorfer Weg 30a, 11 Uhr. Dauer: 3 Stunden. Kostenlos
Sonntag, 5. Oktober Städtebauliche Möglichkeiten und Unmöglichkeiten in Billstedt Downtown. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Billstedter Zentrums. Start: Kulturpalast Billstedt, Öjendorfer Weg 30a, 16 Uhr. Dauer: 2 Stunden. Kostenlos. (wb)
hh-hamm.de/stadtteilarchiv;
horner-geschichte.de; geschichtswerkstatt-billstedt.de
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