„Hey Hellas!“

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Klassenlehrerin Bettina Meinert (Mitte) und Christian Beier, (rechts) singen gemeinsam mit der Klasse 9a auf der Bühne „Hey, Hellas, lass uns eine Welle sein“.
 
Irini Delchanidou, 15, einzige Griechin in ihrer Klasse. Fotos: Mike Neschki

Katholische Schule setzt ein Zeichen für Vertrauen

Billstedt. Wer in letzter Zeit von Griechenland gelesen oder gehört hat, vernahm meist Negatives. Da wurde von Finanzkrise geschrieben, über Neuwahlen berichtet, aber auch dass Griechenland ein Tollhaus sei und aus der EU hinaus geworfen werden müsse. Sonne, Wein und Sirtaki sind out.
Doch in Billstedt gibt es eine kleine Gruppe von Menschen, die sich mit den Griechen solidarisiert haben, die Europäische Union als Familie sieht. Und Familie hält nun mal zusammen. Egal, wie es den jeweiligen Mitgliedern geht – man hilft sich gegenseitig.
Die kleine Gruppe sind die Schüler der 9a der Katholischen Schule St. Paulus in der Möllner Landstraße, die während einer Streitschlichter-Ausbildung gelernt haben, wie mit Konflikten umgegangen wird und wie Probleme dauerhaft gelöst werden können. „Und wenn es uns 13- und 14-Jährigen gelingt, müssen es doch auch Staaten schaffen!“ so der gemeinsame Tenor der Klasse um Lehrerin Bettina Meinert, die ihre Schüler „ihre Kinder“ nennt. Um ein Signal zu setzen sind sie an die Öffentlichkeit gegangen. Um für Verständnis zu sorgen. Sie haben weiße Kieselsteine angemalt, auf denen das Wort „Vertrauen“ steht und mit Genehmigung in die Elbe geworfen. Sie wollten damit eine Welle auslösen, die das Motto trägt: „Hey, Hellas! Lass uns eine Welle sein.“
Den Griechen Vertrauen zu schenken halten sie im Moment für das Wichtigste. Und das von Mensch zu Mensch. Mit der Welle soll das Vertrauen bei den Griechen ankommen, soll ihnen sagen: Ihr schafft das schon! Ihr seid nicht allein! Wir lassen euch nicht im Stich, denn ihr gehört dazu! Zudem wurde auf Facebook unter „Hey, Hellas“ ein Profil angelegt, das zukünftig als Plattform genutzt werden kann. Um Kontakte miteinander aufzunehmen, um sich besser kennenzulernen, aber auch um später die heute aufgebauten Netzwerke nutzen zu können.
Die Schüler wollen damit aber auch Erwachsene ansprechen, die als Einzelperson oder als Firmen diese Plattform auch nutzen sollen. Für den Urlaub, als Berater oder Unterstützer. Aber auch um zu lernen. Zum Beispiel, dass die Europa-Flagge zwölf Sterne trägt. Weil die „12“ in der Mathematik als vollkommene Zahl gilt und deshalb als Symbol gewählt wurde.
Genau das wollen die Schüler auch – eine EU, die immer vollkommener wird, in der sie leben wollen. Ohne Kriege und ohne existenzgefährdende Konflikte. In Freiheit miteinander. Egal, welcher Nation, Kultur, Glaube, Sprache, Rasse oder Geschlechter man angehört: Sie wollen, dass Werte wieder mehr geachtet werden, denn ohne Werte wären alle Menschen „Werte los“ und dann bald wertlos.
All das haben die Schüler der 9a auf einer Veranstaltung am 23. Mai auf dem Schulhof ihrer Schule am Ojendorfer Weg Kindern anderer Klassen und deren Eltern und weiteren Besuchern vorgestellt.
Der Initiator der Solidaritätsveranstaltung und ehemaliger Lehrer der Schule St. Paulus, trug ein T-Shirt mit der leicht veränderten Aussage des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy: „Frag nicht in erster Linie, was Europa für Dich tun kann! Frag Dich auch einmal, was Du für Europa tun kannst!“ Und weiter auf englisch: All free men, wherever they may live, are citizens of this continent. And therefore – as a free man – I take proud in the words: Ich bin ein Europäer!“
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