Mehr als nur ein Frühstückstreff

Anzeige
Die Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks, das Halide Kanar, (stehend, Mitte) leitet, wissen die gemütlichen Treffen mit Frauen unterschiedlicher Nationen zu schätzen
 
Helga Frank-Wolgast (li.) und Marion Hartung vom Trägerverein Stadtteilräume Rothenburgsort Fotos: Chr. Möller

Internationaler Austausch für Frauen in der Rothenburg bei Kaffee- und Brötchenduft

Von Christa Möller
Hamburg. Es duftet nach Kaffee, aber auch Tee wird angeboten und auf dem Tisch stehen Frühstückseier, Marmelade, Tomaten mit Mozzarella, Käse und Brötchen. Jeden Mittwoch um 9.30 Uhr treffen sich hier im Stadtteilzentrum Rothenburg, am Vierländer Damm 3a, sechs bis acht Damen zum Frühstück. Dass heute einige ohne Becher und Teller am Tisch sitzen, liegt am Ramadan, währenddessen tagsüber gefastet wird. Den Klönschnack wollten aber auch sie sich nicht entgehen lassen. Denn die gemütliche Runde dient natürlich auch dem Austausch und so ist sie vor vier Jahren auch entstanden: Als Konversationsstunde und Frühstückstreff für die Teilnehmer der Deutsch-Kurse. Zur Zeit gibt es allerdings keinen Deutsch-Unterricht, das Angebot der Türkischen Gemeinde Hamburg in Rothenburgsort soll jedoch im Herbst neu starten. Weitere Infos über den Elternintegrationskursus auf der Homepage unter www.tghamburg.de

Frauen jeden Alters

Seit dem 1. April leitet Honorarkraft Halide Kanar, 38, das Frauenfrühstück. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, jedoch ein kleiner Obolus als Kostenbeteiligung. Die Gruppe ist bunt gemischt, sowohl deutsche als auch Frauen mit Migrationshintergrund fühlen sich beim Frauenfrühstück wohl. Die Jüngste ist Mitte 30, die Älteste Mitte 80. Sie blickt auf ein bewegtes Leben im Stadtteil zurück und kennt noch viele Geschichten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu erzählen, als Rothenburgsort durch Bombenangriffe schwer betroffen war – interessant auch für die Jüngeren. Warum die Frauen gern herkommen? „Ich lebe allein, fühle mich wohl in Gesellschaft und es ist schöner, als allein zu frühstücken.“ „Weil es Spaß macht.“ „Es ist toll, dass hier so viele Nationalitäten zusammenkommen.“ Beim Frauenfrühstück wird übrigens deutsch gesprochen. Zwei der älteren Damen gehen gemeinsam zur Seniorengymnastik in der Rothenburg. „Da bin ich nicht die Älteste“, verweist eine der Damen auf eine 94-jährige Mitturnerin.

Viele Helfer

„Die Seniorengymnastik ist unser teilnehmerstärkstes Angebot“, sagt Marion Hartung, Vorsitzende des Trägervereins „Stadtteilräume Rothenburgsort“. Sie ist überwiegend damit beschäftigt, Gelder für den Betrieb des Stadtteilzentrums aufzutreiben. Neben ihrem zeitaufwendigen Ehrenamt ist die 53-Jährige als wissenschaftliche Angestellte einer Universität berufstätig. Die 2. Vereinsvorsitzende, Helga Frank-Wolgast, 58, schaut öfter mal beim Frauenfrühstück vorbei, organisiert Kreativangebote und ist aktiv beim Offenen Abendessen (jeden 1. und 3. Donnerstag, 18 – 28 Uhr), zu dem jeder aus dem Stadtteil eingeladen ist. „Einzige Bedingung: Er bringt was zu essen mit. Dann sitzen wir hier und probieren meistens bei den anderen...“ Außerdem bietet sie, mit zwei weiteren Engagierten, die Büro-Sprechstunde an. Die 58-Jährige übt neben dem Ehrenamt eine selbstständige Tätigkeit im Veranstaltungsservice aus. Ab 16. Juli pausiert das Frauenfrühstück. Es startet wieder am 26. August.

Am Sonntag, 26. Juli, beteiligt sich das Stadtteilzentrum Rothenburg gemeinsam mit anderen Organisationen an der Gedenkveranstaltung zum Feuersturm. Nach dem Gottesdienst um 10 Uhr und einer Kranzniederlegung wird es ein Mittagessen geben. Ab 14 Uhr sind dann Führungen durch das Wasserforum am Billhorner Deich geplant.
Weitere Infos über die Rothenburg unter www.dieRothenBurg.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige