Ex-Freundin von Chris Z. hatte Glück

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Große Strafkammer Hamburg wird über versuchten Mord urteilen

Billstedt/Neustadt Als Angeklagter sprang Chris Z. (39) am 31. Januar im Saal 183 des Hamburger Strafjustizgebäudes über den Tisch und stürzte sich auf die Zeugin Marina Ö. (25). Er wollte sie ermorden. Der Mann hatte sich in der Haftanstalt mit Waffen versorgt: eine Rasierklinge und eine angespitzte Zahnbürste. Schon im Knast hatte er angekündigt, dass er sich an seiner Ex aus Billstedt rächen wolle. Der Überfall auf die Zeugin ging glimpflich aus, weil Staatsanwalt, Verteidiger und Zuschauer den Angreifer zurück reißen konnten. Doch Chris Z. bleibt gefährlich. Deshalb droht ihm die Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Möglich ist auch, dass er zu einer langen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt wird. Darüber wird in vier bis fünf Monaten eine große Strafkammer des Landgerichts urteilen. Die Kleine Strafkammer 1 des Landgerichts, die in einer Berufungsverhandlung über die Höhe einer gegen Chris Z. verhängten Haftstrafe entscheiden sollte, gab jetzt das Verfahren an die Große Strafkammer weiter. In der Berufungsverhandlung ging es um Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen Polizeibeamte. Chris Z. war im vergangenen Jahr in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt worden, weil er Marina Ö. mehrfach geschlagen und ihre Wohnung in Billstedt verwüstet hatte.

Extreme Persönlichkeitsstörung

Außerdem hatte er ihr gedroht, dass er wieder „durchdrehen“ werde, wenn sie sich von ihm trennen würde. Er spielte dabei auf einen Mord an, für den er im Jahre 2002 zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Auch damals eine Beziehungstat. Chris Z. hatte den neuen Freund einer früheren Lebensgefährtin getötet. Die Verurteilung für die Straftaten an Marina Ö. am 23. Juni 2016 durch das Amtsgericht St. Georg zu 16 Monaten fand die Staatsanwaltschaft zu „lasch“ und Chris Z. zu hoch. Deshalb die Berufung. Ein psychiatrischer Sachverständiger erklärte, dass der drogensüchtige Angeklagte unter einer extremen Persönlichkeitsstörung leidet. Er kann nicht damit umgehen, von einer Frau verlassen zu werden. Das zeigte der Mord im Jahr 2002 und die Ausraster gegen seine Billstedter Freundin. Die psychiatrische Begutachtung wird deshalb im kommenden Prozess vor dem Landgericht eine bedeutende Rolle bei der Urteilsfindung spielen. (je)

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