Hamburger MMA-Sportler steht vor Gericht

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Kampfsportler greift früheren Schüler an. Urteil im Januar Symbolfoto: thinkstock

Ismail C. muss sich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten

Hamm Fair Play ist im MMA-Kampfsport nicht das oberste Gebot. Bei MMA (Mixed Martial Arts – zu deutsch: Gemischte Kampfkünste) darf getreten, geschlagen, gewürgt und gekickt werden, auch wenn der Gegner schon am Boden liegt. Ismail C. (34), ein bekannter MMA-Sportler und Mitinhaber einer Kampfsportschule am Droopweg in Hamm, war bislang ein Aushängeschild für diese Sportart. Der fromme Muslim wollte Jugendliche von Straftaten und Extremismus abhalten. Nun steht er selbst vor Gericht. Der schlimme Vorwurf gegen ihn: Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Es war ein Horror-Überfall, der ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wird und für den er sich jetzt vor dem Hamburger Landgericht verantworten muss: Am 18. Mai gegen 22 Uhr stürmten fünf maskierte und bewaffnete Angreifer die Kampfsportschule „Nexus Fighter Academy“ am Hammer Steindamm. Die Täter hatten es auf den ebenfalls bekannten MMA-Fighter Abeku A. (35) abgesehen, der am Hammer Steindamm Nachwuchskämpfer trainiert und sich selbst auf seine Kämpfe vorbereitet. Die maskierten Männer griffen Abeku A. mit Fäusten und Messern an. Mit einem Wischmopp wehrte der Kampfsportler die ersten Angriffe ab. Dann ging er zu Boden. Die Angreifer sollen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, mehrfach gezielt gegen seinen Kopf getreten und eine 30 Kilogramm schwere Gewichtsstange auf seinen Körper geworfen haben. Mit einem Messer oder einer Machete stach einer der Täter auf sein linkes Bein ein, so dass die Muskeln des Wadenbeins und die Schienbeinarterie durchtrennt wurden. Abeku A. überlebte den Angriff. Die Ärzte konnten mit großem Aufwand sogar sein linkes Bein retten. Inzwischen kann Abeku A. wieder leichte sportliche Tätigkeiten ausüben. Vor Gericht gab Ismail C. zu, einer der maskierten Täter gewesen zu sein. Sein Motiv: „Ich war sauer auf Abeku, weil er eine meiner besten Trainerinnen abgeworben hatte.“ Der Angeklagte betont aber: „Ich wollte ihn nicht töten. Abeku war doch früher selbst einer meiner Schüler. Ich wollte ihm nur eine Abreibung verpassen.“ Zu dem Überfall mit Masken habe ihn ein Freund überredet, der auch die anderen Männer besorgt habe. Die Männer, die sich gegen seinen Willen bewaffnet hatten, sollten ihm nur den Rücken frei halten. Dann sei der Überfall aber außer Kontrolle geraten. Er selbst habe Abeku A. nur zweimal mit der Faust geschlagen. Der Angeklagte, der die Namen der Mittäter nicht verraten will: „Es tut mir leid!“ Urteil im Januar. (je)
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