Kampfsportler aus Hamm zeigt Reue

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Der Prozess um den Überfall auf eine Kampfschule ist beendet Symbolfoto: thinkstock

Angeklagter Ismail C. muss für fast vier Jahre ins Gefängnis

Von Martin Jenssen
Hamm
Im Prozess um den Horror-Überfall auf die Kampfsportschule „Nexus Fighter Academy“ am Hammer Steindamm wurde jetzt das Urteil vom Hamburger Landgericht gesprochen. Der bekannte Kampfsportler Ismail C. (34) muss wegen gefährlicher Körperverletzung für drei Jahre und elf Monate ins Gefängnis. Ismail C. war der Drahtzieher des Überfalls vom 18. Mai vergangenen Jahres. Zusammen mit vier noch unbekannten Mittätern überfiel er gegen 22 Uhr seinen Konkurrenten, den ebenfalls bekannten Fighter Abeku A. (35). Ismail C. war verärgert über Abeku A., weil der ihm eine gute Trainerin abgeworben hatte.

Aushängeschild

Der Angeklagte war Geschäftsführer und Mitinhaber einer Kampfsportschule am Droopweg in Hamm. Er war vor dem Überfall ein Aushängeschild für diese Sportart. Er wollte Jugendliche von Straftaten und Extremismus abhalten. Die maskierten Männer hatten sich abends in die Räume der Kampfsportschule geschlichen und hatten Abeku A. mit Fäusten und Messern angegriffen. Mit einem Wischmopp wehrte der Kampfsportler die ersten Angriffe ab. Während des Kampfes hieb einer der Täter mit einer Machete auf das linke Bein des Opfers ein, so dass die Muskeln des Wadenbeins und die Schienbeinarterie durchtrennt wurden. Nur mit großem Aufwand konnten die Ärzte das Bein retten. Die Vorsitzende Richterin erklärte in der Urteilsbegründung: „Möglicherweise wird der Sportler nie mehr unbehindert laufen können.“ Ismail C., der seine Beteiligung an dem Überfall zugegeben hatte, zeigte tätige Reue. Da er zur Zeit kein Geld verdient, hatte er sein Auto verkauft. Das Geld, 5.000 Euro, leitete er als Schmerzensgeld an Abeku A. weiter. Nachdem er sich aufrichtig bei seinem Opfer entschuldigt hatte, reichten sich die Kampfsportler, die beide zur Zeit außer Gefecht sind, vor Gericht die Hand.
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