Liebesdrama vor Gericht

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Wegen gefährlicher Körperverletzung muss sich Djehan D. (19) zur Zeit vor dem Jugendschöffengericht in St. Georg verantworten Symbolfoto: thinkstock

Billstedter muss sich wegen Messerangriff auf Oma verantworten

Billstedt Sie waren eine junge Familie: ein junger Mann, eine junge Frau und ein Baby. Aber sie hatten keine eigene Wohnung. Da kam die unheilvolle Idee, zu Oma und Opa zu ziehen. Die Zwei-Zimmer-Wohnung am Erhard-Dressel-Bogen war aber viel zu klein für zwei Familien. Immer häufiger kam es zu Reibereien. Es eskalierte am 20. März dieses Jahres. Nach einem deftigen Streit griff der junge Mann zu einem Küchenmesser und stach der Großmutter seiner Freundin in die Brust.
Wegen gefährlicher Körperverletzung muss sich Djehan D. (19) zur Zeit vor dem Jugendschöffengericht in St. Georg verantworten. Der Angeklagte hat die Tat gestanden, behauptet aber: „Ich wollte sie nur piksen!“
Kennengelernt hatte die hübsche Billstedterin Miterem R. (22) den jungen Mann mit den schwarzen Locken während einer Urlaubsreise nach Mazedonien. Der Urlaubsflirt hatte Folgen. Sie wurde schwanger. Das Kind kam im Januar in Hamburg zur Welt. Djehan D. war seiner Freundin nach Billstedt gefolgt. Doch in der kleinen Wohnung kam es immer wieder zu Streitereien. Am Nachmittag des 20. März hatte Djehan eines der Plastikräder an einem fahrbaren Wohnzimmertisch demoliert. Er traute sich aber nicht, es zuzugeben. „Lügner können wir in unserer Wohnung nicht gebrauchen“, meckerte Großmutter Mikerem R. (59). Als der Streit immer lauter wurde, griff er zum Küchenmesser.

Komplett überfordert


Vor Gericht jammert der junge Angeklagte: „Drei Monate vor der Tat bin ich nach Deutschland gekommen. Ich war in einem neuen Land, konnte die Sprache nicht. Da ich stottere, war ich verbal der Großmutter unterlegen. Mit meiner Rolle als Vater war ich überfordert. Jetzt sitze ich im Gefängnis. Das ist die Hölle!“
Großmutter Mikerem R. dagegen: „Ein unverschämter Kerl! Wir haben ihm Essen und Trinken gegeben. Er lohnt es so. Wir haben ihn doch nicht aufgenommen, damit er uns umbringt. Ich hätte tot sein können.“ Der Stich hatte sie dicht neben dem Herzen getroffen. Auch ihre Enkelin Miterem hat sich von Djehan getrennt. „Ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben“, sagt sie. „Er hat mich wohl nie richtig geliebt.“ Der Prozess wird fortgesetzt. (je)
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