Mordversuch nach dem Fußballspiel

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Während ihre Söhne auf dem Rasen spielten, prügelten sich die Väter am Spielfeldrand und auf dem Parkplatz. Der Streit endete mit einem Messerangriff Symbolfoto: thinkstock

Väter prügelten sich, dann stach einer zu. Nun steht Emin R. vor Gericht

Billstedt Während des A-Jugend-Fußballspiels zwischen den Vereinen Vorwärts-Wacker aus Billstedt und TuRa Harksheide (Norderstedt) am 4. April dieses Jahres wäre es fast zu einem Mord gekommen. Am Spielfeldrand bepöbelten sich die Väter Emin R. (51) von Harksheide und Ivica M. (48) aus Billstedt. Ihre beiden 18-jährigen Söhne spielten gegeneinander auf dem Fußballplatz. Der Streit der Väter eskalierte auf dem Parkplatz der Sportanlage am Öjendorfer Weg. Hierbei soll Emin R. seinem Kontrahenten von hinten mit einem Messer so wuchtig in den Rücken gestochen haben, dass es zu einem Einstich in die Lunge kam. Ivica M. konnte nur durch eine Not-OP gerettet werden. Wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung muss sich Emin R. nun vor einer Schwurgerichtskammer am Hamburger Landgericht verantworten. Zusammen mit seinem zweiten, erst 14 Jahre alten Sohn, soll er Ivica M. zum Parkplatz gefolgt sein. Dort sollen Vater und Sohn auf den Billstedter eingeschlagen haben. Am Ende soll der Messerstich erfolgt sein.

Urteil im Dezember

Vor Gericht behauptete der angeklagte Kosovo-Albaner, der seit dem Vorfall in Untersuchungshaft sitzt: „Ich war nicht der Täter. Ich war das Opfer.“ Während des Spiels habe der Vater des Fußballspielers von Vorwärts-Wacker in serbischer Sprache immer wieder Beleidigungen gegen die gegnerischen Spieler ausgerufen. Der Angeklagte: „Ich schäme mich, diese Worte hier zu wiederholen.“ Schon am Spielfeldrand kam es zu Rangeleien der Väter. Die Trainer der Vereine gingen dazwischen. Zehn Minuten vor Spielende gingen die Väter und der 14-Jährige zum Parkplatz, um die Auseinandersetzung dort fortzusetzen. Der Angeklagte: „Wir haben etwa zwei Minuten gerauft, dann kamen zwei Männer und haben uns getrennt. Ein Messer hatte ich nicht dabei. Ich habe meinen Sohn an die Hand genommen und wir sind gegangen.“ Wie es zu dem Messerstich gekommen ist, weiß er angeblich nicht. Um die Sache aufzuklären, hat das Gericht zahlreiche Zeugen geladen, 14 Verhandlungstage angesetzt. Urteil vermutlich am 11. Dezember. (je)
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