Navis sind begehrte Diebesbeute

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Durch den Diebstahl des Navis wurde Frank Ramlows Auto stark beschädigt Foto: wb

Hamburger Polizei empfiehlt, Autos geschützt unterzustellen

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Navigationssysteme aus Fahrzeugen der oberen Mittelklasse scheinen derzeit ein beliebtes Ziel von Dieben zu sein. Am Pfingstwochenende war auch der Pkw des Billstedter Politiker Frank Ramlow (SPD) davon betroffen. Ramlow berichtet, sein Fahrzeug habe Pfingstmontag in der Einfahrt seines Grundstücks gestanden. Am Nachmittag sei ihm aufgefallen, dass eine der hinteren Seitenscheiben eingeschlagen war. Ramlow zufolge seien in seinem Fahrzeug durch die Polizei Faserspuren und Fingerabdrücke gesichert worden. Der Schaden ist immens. Wenn die Geräte einfach herausgerissen würden, könne der Wiedereinbau schon mal 10.000 Euro kosten, der Neupreis des Geräts, das nicht nur Navigation biete, sondern auch Telefon und Radio steuere, liege bei 2.000 Euro. Das Problem: „Die Navis sind nicht codiert“, sagt Ramlow, können also nicht einem bestimmtem Auto zugeordnet werden. Er glaubt, dass die Täter zu zweit oder dritt waren und alles nur wenige Minuten gedauert hat. „Ich muss damit rechnen, dass die Täter wiederkommen“, fürchtet Ramlow. Der Schaden sei
zwar versichert, wenn es aber zwei oder dreimal passiere, würde jedes Versicherungsunternehmen den Vertrag kündigen – oder die Selbstbeteiligung liege glatt bei 5.000 Euro. Die Spurensicherung in diesen Fällen besorge ein Spezialist, der von Fall zu Fall fahre. Eine Sonderkommission, die sich nur mit diesen Diebstählen befasst, werde offensichtlich nicht gebildet, beklagt Ramlow. Der Markt für solche Geräte scheint „unersättlich“, vermutet er.

Die Polizei ihrerseits kann eine hohe Zahl geklauter Navigationsgeräte speziell für das Pfingstwochenende allerdings nicht bestätigen. Diese würden nicht eigens erfasst, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth. Die Polizei empfehle, Fahrzeuge möglichst sicher abzustellen – auf beleuchteten Parkplätzen oder in abschließbaren Garagen. Abbenseth rät außerdem, sich die Nummer des jeweiligen Geräts zu notieren, eine zusätzliche Codierung sei nicht notwendig. Außerdem: „Beim kleinsten Verdacht die 110 wählen. Da sind wir sehr offen“, sagt der Polizeisprecher. Im Auto sollten keine Wertsachen, auch keine mobilen Navigationsgeräte, hinterlassen werden. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt für Billstedt im Jahresvergleich übrigens, dass es von 2015 auf 2016 immerhin 299 Straftaten weniger gegeben hat (-3,8 Prozent). Gestohlene Navis werden unter Diebstählen an/aus Kfz erfasst. Auch hier gehen die Zahlen zurück: 95 Fälle weniger bedeuten einen Rückgang von 13,9 Prozent. Die Aufklärungsquote ist allerdings niedrig: Im Jahr 2016 lag sie bei 2,9 Prozent, im Jahr 2015 bei 6,1 Prozent.
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