Schuss nach Streit

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Der Prozess gegen John I. wegen versuchten Mordes wird fortgesetzt Symbolfoto: thinkstock

Maurer John I. wegen versuchten Mordes angeklagt

Von Martin Jenssen
Billbrook
Er tritt im schicken Anzug vor Gericht auf. Der schwarze Schlips sitzt perfekt. Doch die Tat, für die sich Maurer John I. (32) zur Zeit vor dem Hamburger Landgericht verantworten muss, war gar nicht fein. Während einer Feier im Kleingartenverein Tiefstack Süd in der Halskestraße in Billbrook schoss er am 23. November vergangenen Jahres dem Gast Ryszard Sch. mit einer halbautomatischen Pistole in die Wange. Die Kugel durchschlug den Hals und die Schulter des 55-jährigen Kleingärtners.
Wegen versuchten Mordes muss sich John I. deshalb jetzt vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft: „Er hat sich heimtückisch von hinten an sein argloses Opfer herangeschlichen.“
Warum der Maurer so ausrastete, ist allerdings noch ein Rätsel. Täter und Opfer sollen sich vor diesem Fest nicht gekannt haben. Auf der Feier hatten sich John I. und Ryszard Sch. jedoch vor dem Vereinsheim kurz nach Mitternacht in die Wolle bekommen. Der Streit war vorerst jedoch schnell wieder beigelegt.
Ryszard Sch. setzte sich wieder an seinen Platz, plauderte mit seinem Tischnachbarn. Gegen 0.40 Uhr kam John I. mit der Pistole in den Saal und hielt sie Ryszard Sch. von hinten an den Kopf. Das Opfer nahm die Sache nicht ernst, glaubte, es sei eine Spielzeugpistole. Doch die Waffe war echt und John I. drückte ab. Die Kugel hatte eine ungeheure Durchschlagskraft. Das Projektil traf Ryszard Sch. und durchschlug auch noch die Rückenlehnen zweier leerer Stühle. Ryszard Sch. wurde lebensgefährlich verletzt, überlebte aber, weil die Halsschlagader unversehrt blieb. Der Prozess wird fortgesetzt.
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