Wo Diebe zugreifen

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Diebe nutzen Gedränge und die Unachtsamkeit viele Passanten aus Symbolfoto: thinkstock
 
Hauptkommissar Thomas Wieben ist Spezialist für Prävention Foto: Biehl

Polizei rät: So schützen Sie sich. Teil 1 der Serie

Von Bert C. Biehl
Hamburg
Es gibt Tage, da kann auch Thomas Wieben nur noch mit dem Kopf schütteln. Obwohl er als Polizist so einiges gewöhnt ist. Der Hauptkommissar ist Spezialist für Prävention am Kommissariat 34 in Langenhorn. Da ist er viel unterwegs, berät in Schulen, in Seniorenheimen, betreut Info-Stände auf Messen, Märkten oder auch am Flughafen Fuhlsbüttel. Stets geht es dabei um Sicherheit und Schutz vor Kriminellen. Trotz vielfältiger Information: Die Unachtsamkeit der Leute frappiert Wieben immer wieder. Er hat sie selbst erlebt.

Sorglosigkeit hilft Dieben


Beispiel: Ein Infostand zur Reisezeit am Airport. Ein Pärchen informiert sich bei den Beamten. „Ihr Kinderwagen mit dem Nachwuchs stand derweil völlig unbeobachtet an der Seite“, berichtet Wieben. Als die Eltern nach etlichen Minuten wieder gehen wollen, sind Kinderwagen und Insasse verschwunden – Thomas Wieben hatte ihn mal kurz „entführt“: „Nur um zu zeigen, wohin Unachtsamkeit führen kann – im Ernstfall wäre das eine Katastrophe für die Familie“, konstatiert der Beamte. Auch Handtaschen und andere Wertsachen hat er schon „geklaut“ – von Gepäck-Trolleys, die beim Check-in oder vor Läden unbeobachtet gelassen wurden. Der Aha-Effekt bei den Betroffenen setzte erst nach dem „Diebstahl“ ein.
Hamburgs Kriminalstatistik zeigt: Diebstähle machen fast die Hälfte aller angezeigten Taten aus. Binnen zweier Jahre, von 2012 bis 2014, stieg ihre Zahl um fast 11.000 Fälle an – bis Ende 2014 wurden 120.950 Diebstähle in Hamburg angezeigt. Aufgeklärt werden konnte davon nur etwa ein Fünftel.
Prävention ist nicht neu – seit 1964 lief im ZDF 37 Jahre lang „Vorsicht Falle“, seit 1970 im NDR für 30 Jahre „Die Kriminalpolizei rät“. Die Methoden der Diebe haben sich seither kaum geändert – aber sie finden immer neue Opfer. „Die wichtigsten Tipps der Polizei können wir gar nicht oft genug wiederholen“, weiß Hauptkommissar Wieben.

Das rät die Polizei


- Wertsachen möglichst nah am Körper tragen.
- Geld und Handy gehören nicht in den Einkaufswagen, die offene Einkaufstasche oder in den Rucksack.
- Wertsachen nie offen auf dem Restauranttisch ablegen.
- Zu Großveranstaltungen nur das Notwendigste mitnehmen.
- Achtung am Geldautomaten: Diebe beobachten ihre Opfer vorher, greifen dann im günstigen Moment zu. Bei größeren Beträgen: Vertrauensperson mitnehmen.
- Diebe lieben Gedränge – besondere Vorsicht in Bahnhöfen und Supermärkten, auf Veranstaltungen, in Bus und Bahn.
- Diebe lenken die Opfer geschickt ab: Spontane Umarmung oder „Antanzen“, „versehentliches“ Beschmutzen der Kleidung mit anschließender Reinigung, Anrempeln, kurzzeitiges Blockieren des Blickfeldes z.B. mit einem Stadtplan sind einige Beispiele.
- Im Restaurant: Keine Wertsachen in Bekleidung oder Taschen lassen, die am Stuhl oder der Garderobe hängen. Handtaschen nicht neben sich auf den Boden stellen.
- Reisegepäck stets im Blick behalten.
- Wertsachen nicht offen am Arbeitsplatz liegen lassen.
- Ein Auto ist kein Safe!
- Jedes Polizeikommissariat verfügt über Info-Material und Präventionsspezialisten

Das geht uns alle an! Eine Initiative des BVDS, Teil 1:
„Leben in Sicherheit – wie schütze ich mich vor Betrug, Abzocke und Datenklau?“ heißt die aktuelle Themenwoche vom Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA), die auch das Hamburger Wochenblatt in einer dreiteiligen Serie unterstützt. In zweistelligen Millionenauflagen berichten Redaktionen der BVDA-Mitgliedsverlage dabei bundesweit über ein Thema, das für viele Menschen wichtig ist.
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4 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 04.06.2015 | 15:07  
1.243
Elke Noack aus Rahlstedt | 05.06.2015 | 09:43  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 05.06.2015 | 11:37  
1.243
Elke Noack aus Rahlstedt | 05.06.2015 | 15:28  
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