Angriff durch die Mitte

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Von Mittelblocker Jan Schneider können viele Jüngere noch lernen Foto: Hoyer

Jan Schneider spielt seit fast drei Jahrzehnten Volleyball

Von Thomas Hoyer
Oststeinbek
Mit 44 zählt man beim Sport meist zum alten Eisen. Davon kann bei Jan Schneider keine Rede sein. Der Volleyballer und verdiente Ehrenamtler des Oststeinbeker SV geht in diesem Jahr bereits in seine 30. Saison im Herrenbereich. Sportlich war der in Marienthal aufgewachsene OSV-Abteilungsleiter früh aktiv. Zunächst als junger Fußballer im Oststeinbeker SV, dem er 1978 beitrat und bis heute die Treue hält. Aber auch in der Schule, wo dem hoch aufgeschossenen Jungen vor allem die Leichtathletik entgegenkam. 1,80 Meter im Hochsprung und über 6 Meter im Weitsprung ohne richtiges Training - das waren beeindruckende Leistungen. Mit 16 Jahren rückte der Volleyball in den Focus. „Ich bin meinem jüngeren Bruder gefolgt“, sagt Schneider, der sofort auch bei den Herren des OSV mitspielte. Kurz vor seinem Abitur stellte sich mit dem Sprung in die Bezirksklasse der erste größere Erfolg ein. In den folgenden Jahren realisierte das Team Aufstieg um Aufstieg. Neue Spieler kamen und gingen. Nur Jan Schneider, zwischenzeitlich als Trainer und Schiedsrichter mit B-Lizenz ausgebildet, und sein Bruder Björn waren durchgehend dabei, als schließlich im April 2001 der Sprung in die
2. Bundesliga gelang. Dort spielte Schneider noch zwei Jahre, ehe der studierte Betriebswirtschaftler und Bankkaufmann nur noch als Manager der Truppe fungierte. Auch hier stand der Oststeinbeker seinen Mann: 2005 und 2007 gelang den „Ostbek Cowboys“ der Aufstieg in die 1. Bundesliga, eine Zeit, die Schneider nicht missen möchte. 2008 waren Ehrenamt, Beruf und Privatleben nicht mehr zu vereinbaren. Schneider und Co-Manager Rüdiger Barth erklärten ihren Rücktritt. Es fand sich kein Nachfolger, und um Sponsoren war es schlecht bestellt, so dass die personell dezimierte Mannschaft den Rückzug in die 3. Liga antrat. Mit seinem jetzigen Team spielt der Mittelblocker mit der ewigen Trikotnummer 12 noch immer in Hamburgs höchster Klasse. Vor zwei Jahren gelang der Aufstieg in die Regionalliga, doch verzichtete die Mannschaft wegen des größeren zeitlichen Aufwands. Auch mit 44 Jahren hat Jan Schneider, der seine Frau Bea als Zuschauerin am Spielfeldrand kennenlernte, den Spaß am Volleyball nicht verloren, obwohl die Regeneration nach einem anstrengenden Spiel länger dauert. „Alles tut länger weh“, schmunzelt der Familienvater, dessen Sohn in der 1. F-Junioren des OSV kickt, während seine Tochter im TC Oststeinbek Tennis spielt. „Ich freue mich auf meine 30. Saison. Und es wird sich nicht die letzte sein.“
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