Aufstieg mit letztem Aufgebot

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Jubel nach dem Schlusspfiff. Mit dieser Truppe gewann VW das entscheidende Spiel Foto: Thomas Hoyer
 
Ulas Dogan (l.), Torschütze zum 2:0 und Vorbereiter des ersten Treffers im Zweikampf mit Stjepan Vego Foto: Hoyer

Trotz großer Personalnot besiegt Vorwärts-Wacker den HSV

Von Thomas Hoyer
Billstedt
Am Öjendorfer Weg wird in der kommenden Saison wieder Oberligafußball gespielt. Im Aufstiegsmatch der beiden Landesligazweiten besiegte der SC Vorwärts-Wacker die „Dritte“ des HSV vor über 500 Zuschauern im Stadion an der Waidmannstraße verdient mit 2:1. Um so bedauerlicher ist es, dass die Truppe in dieser Formation nicht in Hamburgs Oberhaus antreten wird. Wie schon seit längerem bekannt, wechseln die Spieler bis auf wenige Ausnahmen und das Trainergespann zu anderen Vereinen.

Einstellung unseres Teams war hervorragend


Vor Beginn der Partie galt der HSV als Favorit, zumal bei den Billstedtern nicht nur Semir Osmanbegovic und Piotr Iwosa ausfielen, sondern auch noch Juro Julardzija, Tarek Pressel und Kim Liebermann wegen Urlaub fehlten. „Die Elf, mit der wir beginnen, ist zwar okay, aber wehe, es sollte sich jemand verletzen“, so Ligamanager Wolfgang Krause vor der Partie. „Das ist wirklich unser letztes Aufgebot. Auf der Ersatzbank sitzen fast nur A-Jugendliche.“ Wahrscheinlich auch etwas überraschend für die von ihrem Anhang lautstark angefeuerten HSV-er erspielte sich VW dennoch in den ersten 25 Minuten einer doch eher mäßigen ersten Halbzeit ein leichtes Übergewicht, war dabei die gefährlichere Mannschaft. In der 4.Minute prüfte Onur Tüyzüz erstmals den gegnerischen Keeper. Nach einer guten Viertelstunde war es Oguzhan Gencel, der aus spitzem Winkel an HSV-Keeper Yannick Heuer scheiterte. In der 31. Minute kamen die jetzt etwas stärker werdenden Rothosen zu ihrer ersten und einzigen Chance in Durchgang eins. Die hatte es allerdings in sich: Nach flacher Hereingabe jagte Volkan Karadeniz die Kugel über das VW-Gehäuse (31.). 180 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als Ulas Dogen sich auf Rechtsaußen durchsetzen konnte und kurz vor der Außenlinie eine wunderschöne halbhohe Flanke nach innen zog. Oguzhan Gencel war zur Stelle und versenkte die Kugel volley zum 1:0. Der HSV ließ in der Folge jede größere Gefährlichkeit vermissen. Die VW-Abwehr stand gut. Ein Schuss, der am linken Torpfosten vorbei strich - das war es zunächst. Die Billstedter machten es besser. Nachdem Gencel am Torwart gescheitert war, beziehungsweise das Gehäuse mit einem Distanzschuss verfehlt hatte (55./58.), nahm Dogan auf Rechtaußen wieder Fahrt auf.

Neue Mannschaft formieren


Sein Gegenspieler Michael Ulbricht kam zu spät und holte ihn von den Beinen. Elfmeter. Dogan ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte zum 2:0 (62.). Nur vier Minuten später wurden die Weichen endgültig auf Sieg gestellt, als sich der HSV nach einem bösen Foul im Mittelfeld an dem auf der linken Seite durchbrechenden Tüysüz selbst dezimierte. Lukas Schraube sah zurecht Rot. In der Folge ließen die Billsteder durch Dogan und Tüysüz weitere Möglichkeiten liegen, spielten zudem einige Konter schlecht aus. Nach 84 Minuten gelang dann dem HSV durch Veli Sulejmani trotz Unterzahl der Anschlusstreffer, doch geriet der verdiente Sieg der Truppe von Trainer Dennis Kreutzer nicht mehr in Gefahr. In der 87.Minute hatte Mou-Inzou Bachir den dritten Treffer auf den Fuß, als er alleine auf den gegnerischen Keeper zulief, doch behielt dieser im 1:1-Duell die Oberhand. „Die Einstellung unseres Teams war hervorragend“, freute sich Manager Krause. „Unser Sieg hätte sogar höher ausfallen können.“Eine Herkules-Aufgabe wartet jetzt auf die Verantwortlichen des Teams, gilt es doch nach den zahlreichen Abgängen eine neue Mannschaft zu formieren, die in der Oberliga bestehen kann.
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