Der weite Weg des Pavel Jakunin

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Pavel Jakunin, Hamburger Serienmeister der „Herren 30“. Foto: Thomas Hoyer

Billstedter wurde zum 12. Mal Hamburger Tennismeister

Billstedt. Das Dutzend ist voll. Seit mittlerweile 2007 heißt Hamburgs Tennismeister der Altersklasse „Herren 30“ in jedem Jahr Pavel Jakunin. Und das nicht nur im Freien, sondern auch in der Halle. Vor kurzem war es wieder soweit, dass der 35-jährige Billstedter bei den diesjährigen Titelkämpfen seinem Finalgegner bei einem glatten Zweisatzsieg keine Chance ließ, sprich Titel Nummer zwölf erkämpfte.
Noch in der damaligen Sowjetunion fand Pavel Jakunin im Alter von sechs Jahren den Weg zum Tennis. „Mein Vater spielte selbst und suchte für mich eine Sportart, die ich damals als kleiner und dünner Jungen betreiben konnte“, erinnert sich der 1977 in Minsk geborene Weißrusse, der fortan die beste Tennisschule des Landes besuchte und mit Begeisterung die kleinen Filzkugeln übers Netz schlug. Zwei Jahre später bestritt Klein-Pavel sein erstes Turnier, und es folgte der schnelle Aufstieg in die Spitzenklasse der UdSSR. Der Schüler wurde mehrmals Landesmeister, war stets unter den Top Ten seiner Alterskategorie und gehörte der Jugendnationalmannschaft der Sowjetunion an. Nach deren Auflösung spielte Pavel Jakunin für Weißrußland, nahm an Militärweltmeisterschaften und Europameisterschaften teil. Bei einer Nachwuchs-EM in Österreich knüpfte er Anfang der 1990er-Jahre einen Kontakt zu einem jungen Spieler des TC Blau-Weiß Ahlbeck (Seebad Ahlbeck auf Usedom), der schließlich dazu führte, dass der inzwischen zum Diplom-Tennistrainer ausgebildete Russe, der wenige Monate zuvor sogar den Sprung in die ATP-Weltrangliste geschafft hatte (Platz 1234), 1998 nach Usedom übersiedelte, als Tenniscoach arbeitete und in der 1. Herren des BW Ahlbeck spielte. Dank seiner Deutschkenntnisse aus dem Schulunterricht, gelang es Pavel Jakunin sich schnell zu integrieren. Er entdeckte Marc Fischer, der inzwischen die Nummer drei bei den Herren in Mecklenburg-Vorpommern ist. Nach eineinhalb Jahren schloss sich Pavel dem Wilson SC in Wulkenzin bei Neubrandenburg an, schlug parallel zu seiner dortigen Trainertätigkeit in der Regionalliga für den SC Charlottenburg in Berlin auf. Als Spieler stand Pavel Jakunin während dieser Zeit für die 1. Herren des Marienthaler THC auf dem Platz und führte das Team in die Regionalliga. Damit aber nicht genug der Wanderschaft: 2007 zog der damals 30-Jährige nach Hamburg, wo er zunächst in Doppelfunktion Spieler und Trainer für den UHC tätig war, ehe er sich 2009 dem TTK Sachsenwald anschloss. „Mein Weg führte immer von Osten nach Westen“, schmunzelt Pavel Jakunin. „Ich habe in dieser Zeit viel erlebt und gelernt. Jetzt bin ich glücklich, in Hamburg zu wohnen.“
Auch mit sportlichen Erfolgen konnte der Billstedter immer wieder auf sich aufmerksam machen. So gewann er mehrfach das Schweriner Pfingstturnier und den Dunlop-Cup Ost. Seit seinem Umzug nach Hamburg wurde Pavel Jakunin, ohne Unterbrechung in der Halle und im Freien je sechsmal Hamburger Meister der „Herren 30“.
Der letzte Erfolg datiert vom 10. Juni, als er im Finale Alexander Radtke vom TC Wedel mit 6:4 und 6:0 bezwang.
Seinen Lebensunterhalt verdient sich Pavel als Trainer. „Für mich gilt es, das Potential meiner Schützlinge zu erkennen und zu fördern“, erklärt der sympathische Coach, der 2008 die Deutsche Staatsbürgerschaft annahm.
„Mir macht es großen Spaß mein Wissen weiter zu geben.“
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