Gegen zehn Mann 1:4 verloren

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Eilbeks Yorrik Berger (l.) kommt zu spät, um den Pass von Björn Reimers abzufangen Foto: th
 
Tobias Nikolaides (r.), hier im Zweikampf mit Eilbeks Yorrik Berger, sorgte mit einem Freistoß für die 1:0-Führung Foto: th

Bei den Kickern von TuS Hamburg ist die Luft raus – SC Eilbek weiter auf Vizemeisterkurs

Borgfelde Zum Glück ist die Saison bald zu Ende, dürften sich Spieler und Verantwortliche des TuS Hamburg gedacht haben, als ihr Team am vergangenen Freitagabend im Lokalderby gegen den SC Eilbek am Gesundbrunnen mit 1:4 unter die Räder kam. Und das sang- und klanglos, nachdem man bereits 1:0 in Führung gelegen hatte, zudem nach einer roten Karte für den Gegner mehr als eine Stunde in Überzahl spielte. Die erste Möglichkeit der Partie besaßen die Gäste, die eine Woche zuvor gegen den ASV Hamburg verloren hatten und auf Platz zwei der Bezirksliga Ost zurückgefallen waren, nach knapp zwei Minuten. TuS-Torwart Bilal Asikan konnte jedoch einen scharf getretenen 30-Meter-Freistoß von Nils Barrasch entschärfen (2.). Es folgten zwei weitere gefährliche Aktionen des Gegners, die aber keinen zählbaren Erfolg brachten. Die Platzherren, die schon das Hinspiel mit 3:4 verloren hatten und im Mittelfeld der Tabelle rangieren, machten es besser. Nach einem Foul an René Ratke bekam das Team von Trainer Hassan Akgün 20 Meter vor dem SCE-Tor einen Freistoß zugesprochen. Spezialist Tobias Nikolaides verwandelte zum 1:0 (23.). Nur zwei Minuten später vergab Eugene Graske eine Chance zum möglichen 2:0. Zu heftiger Aufregung und mehrminütiger Spielunterbrechung führte kurz darauf eine Entscheidung des Unparteiischen, der den Eilbeker Hüseyin Tosun wegen versuchten Nachtretens gegen Graske auf Intervention seines Linienrichters vom Platz stellte. Zum großen Entsetzen von Spielern und Verantwortlichen des Gegners, der ja noch mitten im Kampf um die Vizemeisterschaft steckt. Umso bemerkenswerter war es, wie die Gäste den Schock verdauten. Trotz Unterzahl ließen sie sich zu keinem Zeitpunkt in die Defensive drängen. Kurz vor der Pause hatte TuS-Keeper Asikan Glück bei einem Kopfball auf die Latte. Der Auftritt von TuS nach dem Seitenwechsel ließ alle Wünsche offen. Der Gegner, dessen Trainer Peter Vernickel einen zusätzlichen Offensivspieler eingewechselt und von Vierer- auf Dreierkette umgestellt hatte, bestimmte jetzt trotz der Unterzahl das Geschehen und kam zu einigen Möglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben. Erst ein Handspiel von André Feddern, der einen Schuss im Strafraum abgeblockt hatte, brachte durch einen von Christopher Fritze verwandelten Elfmeter den Ausgleich (53.). Davon beflügelt setzte der Gegner nach und erzielte durch Nils Barrasch mit einem satten halbhohen 12-Meter-Schuss ins kurze Ecke das 2:1 (64.). In der Folge schienen die Platzherren vorübergehend wacher zu werden, taten etwas mehr nach vorne, doch von einem richtigen Aufbäumen gegen die drohende Niederlage konnte keine Rede sein. Eine echte Torchance besaß TuS während der gesamten zweiten Halbzeit nicht. Im Gegenteil, es kam alles noch viel schlimmer. Der Gast erhöhte durch Harry Nadolny auf 3:1 (80.). Der vierte Gegentreffer war bezeichnend für die Leistung der Gastgeber an diesem Tag. Eilbeks Terry Schmidt spielte sich an der Torauslinie durch. Seinen harmlosen Schuss aufs kurze Ecke ließ Keeper Asikan zum 1:4 durch die Hände rutschen (82.). „Die rote Karte für den Gegner hat uns überhaupt nicht gut getan, eher die Eilbeker beflügelt“, so TuS-Trainer Akgün. „Bis zur Pause ging es ja noch halbwegs, aber nach dem Seitenwechsel hat sich mein Team wie eine Jugendmannschaft verhalten. Anstatt ihre spielerischen Vorteile in die Waagschale zu werfen, hat die Truppe teilweise komplett abgeschaltet. Man hat gemerkt, dass es für uns um nichts mehr ging. Ich wünsche meinem Trainerkollegen Peter Vernickel, unter dem ich früher selbst gespielt habe, dass er den Aufstieg schafft.“ Nach einem Superstart mit fünf Siegen zogen sich bei TuS Hamburg zahlreiche Ausfälle aufgrund von Verletzungen, Beruf oder privaten Gründen wie ein roter Faden durch die Saison. Es fehlte deshalb im weiteren Verlauf an der nötigen Konstanz. Zu welchen Leistungen die Mannschaft fähig ist, wenn alle Mann an Bord sind, zeigte das Team vor drei Wochen, als man Meister SV Nettelnburg-Allermöhe ein 1:1 abtrotzte und sogar ein Sieg möglich gewesen wäre. „Ich konnte nicht zweimal hintereinander mit derselben Elf antreten“, so Trainer Akgün, „Das wird hoffentlich in der nächsten Saison besser. Der harte Kern, sprich alle Leistungsträger werden bleiben. Dazu sollen einige talentierte junge Spieler kommen.“
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