Hamburg: 0:6 - gegen Wentorf ohne Chance

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Zweikampf zwischen Wentorf Devin Hohn (l.) und Martin Wiczk Foto: Thomas Hoyer
 
Laut Christian Haase, dem früheren ersten Vorsitzender des SC Europa, hätte man nicht in der Bezirksliga antreten dürfen

SC Europa ist weiter das Schlusslicht der Bezirksliga Ost. Weitere Spieler und Trainer gesucht

Von Thomas Hoyer
Hamburg. Auch gegen den bis dahin ebenfalls sieglosen SC Wentorf ist das neu zusammen gewürfelte Team des SC Europa völlig chancenlos. Diese bittere Erkenntnis mussten die Mümmelmannsberger am vergangenen Sonnabend bei ihrer 0:6-Niederlage im Kellerduell der Bezirksliga Ost machen.

Nach ausgeglichener Anfangsphase ließen sich die Europäer schnell den Zahn ziehen: Zwei Standards gegen ihre indisponierte Abwehr führten zum 0:2-Rücksrand (12./20.). Die Gäste waren danach drückend überlegen und erhöhten auf 3:0 (30.). Nach der Pause trauten sich die Platzherren zunächst etwas mehr nach vorne, ohne dass dabei allerdings eine echte Chance heraussprang. Als nach einem Konter das 0:4 fiel (68.), hatte das Team nichts mehr entgegenzusetzen, und die Gäste legten zwei weitere Treffer nach (76./85.).
Wie konnte es aber soweit kommen? Noch nach der letzten Halbserie stand das Team im gesicherten Mittelfeld, doch im weiteren Verlauf der Saison setzte eine große Talfahrt ein. Die Trainingsbeteiligung und Abwanderungsgelüste einiger Spieler, die vergebens auf einen Kunstrasen gehofft hatten und nicht mehr auf Grand kicken wollten, führten dazu, dass die Mannschaft immer mehr zurückfiel und am Ende der Saison schließlich froh sein musste, dass man aufgrund der besseren Tordifferenz zum Absteiger gerade noch die Klasse halten konnte. Doch trotz des glücklichen Endes zerfiel das Team komplett, und auch die in der Kreisliga spielende „Zweite“ löste sich auf. „Das war zwar traurig“ so Christian Haase, Schiedsrichterobmann und früherer Vorsitzendes des Clubs, „doch ernste Sorgen, dass es in der Bezirksliga nicht weiter gehen könne, haben wir uns eigentlich nicht gemacht, da die zweite Mannschaft des SC Vorwärts-Wacker als frisch gebackener Aufsteiger geschlossen zu uns wechseln wollte. „Doch daraus wurde letztlich nichts, so dass die Europäer, die bereits zwei Teams für die neue Saison gemeldet hatten, plötzlich nur noch mit einer Handvoll Kicker da standen, darunter Torhüter Secgin Akbaba, der einzige verbliebene Spieler der Bezirksligatruppe. Die Suche vor allem in Mümmelmannsberg brachte zumindest einen Teilerfolg: Es meldeten sich genügend Spieler für eine Mannschaft, darunter Straßenfußballer und solche, die lange nicht aktiv waren. Für eine „Zweite“ aber reichte es nicht. „Dann wurde leider ein entscheidender Fehler begangen“, so Christan Haase. „Anstatt den Kreisligaplatz wahrzunehmen, sind wir auf den Wunsch vieler Spieler in der viel stärkeren Bezirksliga angetreten.“ Vor dem Hintergrund der zurückliegenden Ereignisse konnte natürlich keine richtige Vorbereitung auf die neue Saison erfolgen. Erst warf Bernd Kosching als Trainer hin, dann auch Hasan Dogan. Die Mannschaft verlor gegen Bergedorf 85 (1:12), den SV Börnsen (0:9) oder den SC Vier- und Marschlande (1:8). Nur der „Zweiten“ des SC Vorwärts-Wacker (2:4) konnten die zurzeit von Spieler Deniz Sari gecoachten Kicker einigermaßen Paroli bieten. „Um noch eine kleine Chance auf den Klassenerhalt zu haben, müssen sofort weitere Spieler her, die zumindest Kreisliganiveau besitzen,“ sagtChristian Haase. „Auch ein Trainer, der sich zutraut, das Unmögliche möglich zu machen, wird bei uns mit offenen Armen empfangen.“
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