Hamburger will zu Fuß nach Shanghai

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Start voller Zuversicht vor der Elbphilharmonie: Kai Markus Xiong Foto: Gehm

12.000 Kilometer: Extremsportler Kai Markus Xiong will im November in Chinas Metropole ankommen

Von Dagmar Gehm
Hamburg
Forrest Gump, alias Tom Hanks im gleichnamigen Film, lief und lief und lief um die halbe Welt. Jahrzehnte später zieht Kai Markus Xiong gleich – nur auf der anderen Seite des Globus. Und wie bei Forrest werden sich auch bei Kai Markus jede Menge Läufer anschließen, um seine Techniken abzugucken, die eine oder andere Lebensweisheit zu erfahren oder ihm einfach Gesellschaft zu leisten. Rund 12.000 Kilometer liegen vor dem 44-Jährigen, in 235 Tagen will er die Strecke Hamburg – Shanghai bewältigen – ganz und gar zu Fuß. „Jeden Tag werde ich einen Marathon zurücklegen“, rechnet der Extremsportler. Und sogar weit über die erforderlichen 42,195 Kilometer hinaus, denn 60 bis 80 Kilometer in sieben bis zehn Stunden pro Tag hat er sich vorgenommen. Nur alle neun Tage gönnt er sich eine Pause.

„Kulturmarathon“

Sonntagmittag ging es vor Elphis spektakulärer Kulisse im Beisein von Freunden, Sponsoren und Organisatoren sowie einiger Ehrengäste wie der chinesischen Konsulin Mao Jingqiu und Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, Falko Drossmann, an den Start. „Wenn es nicht möglich ist, uns zwischendurch mal zu treffen“, sagt Kai Markus‘ Frau Yamun, mit der er einen einjährigen Sohn hat, „sehen wir uns erst im November in Shanghai wieder.“ Inzwischen bleiben sie per Videotelefonaten in Kontakt. Den Nachnamen Xiong hat ihr Mann „aus Respekt vor meiner Familie“ angenommen. Lange hat er das Abenteuer seines Lebens, den „Kulturmarathon“, vorbereitet – mit einem Psychologen, mit Ärzten, mit Behörden. Vor allem Sponsoren musste der ehemalige Finanzberater finden, denn insgesamt 500.000 Euro wird die Tour kosten – trotz Einsparung von Verkehrsmitteln. Natürlich fragt jeder den Ultra-sportler nach dem Warum. Um Völkerverständigung geht es ihm, nicht nur zwischen Hamburg und der Partnerstadt Shanghai: „Die Seidenstraße als historischer Handelsweg zwischen Europa und Asien verbindet verschiedene Kulturen – die westliche mit der fernöstlichen.“ Gegen Vorurteile will er kämpfen auf der Route durch die acht Länder Deutschland, Polen, Weißrussland, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan und China.

40 Paar Laufschuhe

Schirmherr des Projekts ist Bürgermeister Olaf Scholz. Auch sonst fühlt sich der Sportler gut gerüstet. Im Anhänger des schwarzen VW-Käfers, Baujahr 1984, mit dem Victor Neubauer abends auf ihn warten wird, befinden sich außer dem Laptop für den täglichen Blog auf seiner Internetseite „runmysilkroad.com“ auch 40 Paar Laufschuhe, die er mit Sicherheit verschleißen wird. Ob er in Shanghai mit langen Haaren und Zottelbart wie Forrest Gump eintrifft, wird sich zeigen.

Weitere Infos: runmysilkroad.com
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