Hier wird Integration gelebt

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Das Team der B-Jugend von UH Adler Foto: UHA/wb

Die B-Jugend von UH Adler ist ein besonderes Beispiel

Barmbek Leistungsbereitschaft, Trainingsbeteiligung, Teamgeist, Disziplin, Durchsetzungswille, Hingabe und Leidenschaft – alles Dinge, die eine Fußballmannschaft formen und ausmachen. Wovon der HSV in der Bundesliga aktuell nur träumen kann, wird von der B-Jugend der Uhlenhorst Adler schon seit drei Jahren vorgelebt. Die Väter des Erfolgs sind die beiden Trainer Luis Cesar Sboron und Rüdiger Neumann sowie Torwartcoach Mathias Spar und Raul Sboron, der ständig auf der Suche nach neuen Talenten ist.

Richtige Ansprache einsetzen


Luis Cesar Sboron ist seit drei Jahren beim SC UH Adler (700 Mitglieder, spielt seit fünf Jahren auf Kunstrasen an der Beethovenstraße) – hervorgegangen 1981 aus der Fusion des FC Uhlenhorst von 1911 (später Uhlenhorst-Herta) und dem SC Adler von 1925. Der 45-Jährige ist seit 1998 im Amateurfußball als Trainer unterwegs – unter anderem für St. Pauli und Paloma. In seiner aktiven Zeit stand er sogar als Hamburger Auswahlspieler von 1986 bis 1989 zwischen den Pfosten. Doch irgendwann entdeckte der Familienmensch, Vater von zwei Töchtern (vier und elf Jahre alt), die Liebe zur Trainingsarbeit mit Jugendlichen – problematisch Pubertierenden noch dazu, besteht sein 23-köpfiges Team doch aus 14 bis 16 Jahre alten Teenagern. „Es ist nicht immer ganz einfach, die Truppe zusammenzuhalten“, gesteht Sboron. Doch hat er von Beginn an klare Linien vorgegeben, setzt auf die richtige Ansprache der unterschiedlichen Charaktere.
Der Mann mit Wurzeln in Equador ist tagsüber in seinem Beruf als Sportkaufmann unterwegs und kümmert sich liebevoll um seine Töchter. Allerdings ist da auch noch seine 35-jährige Lebenspartnerin Marta Wojno. „Wenn ich sie nicht hätte, wäre mein Leben nicht das gleiche“, sagt Sboron, der aber in erster Linie auf sein Team aufmerksam machen und von seiner Person ablenken möchte.

Auf Meisterschaftskurs


Schließlich befindet sich seine B-Jugend aktuell auf Meisterschaftskurs. Kein Wunder, dass deshalb schon elf seiner Spieler Angebote von höherklassigen Teams zwecks eines Wechsels bekommen haben. „Aber sie bleiben alle bei Adler. Und das macht mich stolz“, sagt Sboron. Ein ganz besonderes Ausrufezeichen kann seine Truppe auch dadurch setzen, da in ihren Reihen eine Hamburger Auswahlspielerin steht, die gerade an einem Lehrgang des Nationalteams teilnimmt: Sade-Mariya Afun, deren Wurzeln in Gambia und Nigeria liegen – denn bis zum Übergang zur A-Jugend dürfen die „Mädels“ bei den „Jungs“ mitspielen. Sboron legt besonderen Wert auf eine gute Durchmischung seines Teams: „Integration gelingt nur, wenn es im Team weder Mehrheiten noch Minderheiten gibt. Nur so können wir uns gegenseitig auf Augenhöhe begegnen.“ (to)
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1 Kommentar
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Luis Sboron aus Barmbek | 11.05.2017 | 21:26  
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