Mehr Tribünenplätze beim Derby

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Bis 2028 ist das Hamburger Derbymeeting gesichert. Pferdesportfreunde dürfen sich also nicht nur in diesem Jahr auf die Einläufe vor der Haupttribüne freuen Foto: Frank Sorge/wb

Am 29. Juni startet die Rennwoche in Horn. Zwei Millionen Euro Preisgeld

Von Hans-Eckart Jaeger
Horn. Die Welt des Pferderennsports blickt nach Hamburg-Horn, wenige Tage noch bis zum Start der internationalen Derbywoche am 29. Juni mit dem Höhepunkt
144. Deutsches Galoppderby. Am 7. Juli geht es um das Blaue Band und 800.000 Euro Preisgeld. Insgesamt schüttet der Hamburger Renn-Club (HRC) an sechs Renntagen in 60 Rennen zwei Millionen Euro aus.

144 Jahre Pferderennsport

Doch es geht nicht nur um Sieg und Niederlage oder ums Geld. Das Derby gilt vielen auch als großes gesellschaftliches Ereignis. „Hamburg spielt seit 144 Jahren eine bedeutende Rolle im Rennsport, und das soll auch so bleiben“, sagte HRC-Präsident Eugen-Andreas Wahler. Der Rechtsanwalt aus Bad Bevensen ist glücklich: Die Zukunft des Hamburger Derbymeetings ist bis zum Jahr 2028 vertraglich abgesichert. Das stimmt nicht nur die Vollblutexperten in Hamburg froh, auch die Politik spielt mit. „Das Deutsche Derby zählt nicht nur für Pferdesportfreunde zu den Höhepunkten des Jahres und ist nicht zuletzt der Grund, warum der sonst eher ruhige Stadtteil Hamburg-Horn auch international ein Begriff ist“, sagt Sorina Weiland, Sprecherin von Andy Grote, dem Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte.
„Eine Woche lang strömen die Besucher nach Horn“, fügt sie hinzu, „ob Familien, mit Klappstühlen und Kühltaschen ausgestattet oder die vielzitierten Damen mit ihren Hüten – alle sind gleichermaßen begeistert und fiebern mit.“ Sorina Weiland hat längst ihr Herz für die edlen Vollblüter entdeckt: „Ich bin immer sehr gern beim Derby – eben weil es neben den tollen Pferden noch so schön viel zu ‚gucken‘ gibt, und das will ich eigentlich auch in diesem Jahr nicht verpassen“, versichert sie. Sie ist zuversichtlich, dass auch ihr Chef Andy Grote, der am vergangenen Freitag 45 Jahre alt wurde, einen Besuch abstatten wird.

Doppelrennbahn:
noch keine Entscheidung

Andy Grote, seit 2012 im Amt, wird sich in naher Zukunft auch mit der geplanten Doppelrennbahn (Traber und Galopper) in Horn befassen müssen. Es gibt einen Masterplan: Die Investitionskosten werden vom Senat mit 58 bis 72 Millionen Euro beziffert. Doch noch halten sich die Polit-Oberen im Entscheidungsprozess zurück.
Einigkeit herrscht im Bezirk darüber, dass im Planungsprozess für eine Doppelrennbahn angesichts der zu erwartenden Eingriffe in die angrenzenden Gelände des Hamburger Tennisverbandes, des Marienthaler THC und der Kleingartenvereine verhandelt werden muss. „Wir setzen uns weiterhin für eine angemessene Einbindung und Beteiligung der Bewohner und Vereine ein“, hieß es aus der Bezirksverwaltung als Antwort auf eine Große Anfrage der CDU schon vor zwei Jahren.

„Hamburg spielt seit
144 Jahren eine bedeutende Rolle im Rennsport, und das soll auch so bleiben“,
Eugen-Andreas Wahler,
HRC-Präsident


Unabhängig vom Bau einer Doppelrennbahn will der Senat das Derby in den nächsten Jahren weiterhin bezuschussen: „Es ist beabsichtigt, die Durchführung des Derbys in den Jahren 2013 und 2014 jeweils mit 200.000 Euro aus den Erträgen der Kultur- und Tourismustaxe zu fördern“, hieß es Anfang April in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bezirksamts-Fraktion Die Linke.
Der Senat legte sich fest: „Insbesondere die Kosten für die Verbreiterung des Zieleinlaufs, verbunden mit der Verlegung und Umgestaltung der Beregnungsanlage, sowie unbedingt erforderliche Investitionen im Sanitär- und Tribünenbereich können durch den HRC nicht getragen werden. Eine erste Kostenschätzung liegt bei 100.000 Euro.“
Rechtzeitig vor dem Start des Derbymeetings (29. Juni) hat der Hamburger Renn-Club mehr Platz geschaffen. Ein Teil des
2. Obergeschosses der Tribüne wurde vollständig renoviert und steht als „Members & Owners Lounge“ Pferdebesitzern und Trainern zur Verfügung. 500 weitere Sitzplätze wurden im Tribünenbereich bereitgestellt. „Wir haben alles getan, damit das Derbymeeting wieder zu einem großen Erfolg wird“, sagte HRC-Präsident Eugen-Andreas Wahler.
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