Padel in Hamburg: Kleines Feld, großer Spaß

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Anton Schottmayer (v.l.), Brandon Ortiz, Alexander Seuffert, Biggi von Dahle-Schmees und Nicolás Fraga-Zapata spielen beim SC Condor begeistert Padel-Tennis Foto: sos
 
Die leichten Padel-Schläger bestehen aus Hartschaum und kosten etwa so viel wie günstige Tennisschläger. Die Löcher verringern den Luftwiderstand Foto: sos

Die „PadelPals“ haben beim SC Condor die erste norddeutsche Spielstätte für Padel-Tennis eröffnet

Farmsen Wer in diesem Sommer nach Mallorca reist, kommt kaum drum herum: Padel-Tennis. In fast jedem Sport- oder Fitnessclub schlagen Touristen und Einheimische auf kleinen, eingezäunten Feldern rasant und schwungvoll Bälle übers Netz. Der beliebte Raketsport ist in vielen spanischsprachigen Ländern längst Volkssport – und auch in Deutschland begeistern sich immer mehr für den trendigen Mix aus Tennis und Squash.

So wie die „PadelPals“. Im Juni haben sie in Farmsen beim Verein SC Condor am Berner Heerweg 199 die erste Hamburger Padel-Anlage eröffnet. „Padel-Tennis“ wird immer beliebter. „Das liegt sicher auch daran, dass Anfänger es sehr leicht lernen können, weil die Schwungbewegungen mit dem Schläger kurz und unkompliziert sind – da hat man auf Anhieb viel Spaß“, erklärt Spartenleiter Tim Neidhardt. Der 31-Jährige hatte sich vor einigen Jahren während eines Aufenthalts in Madrid vom „Padel-Virus“ anstecken lassen und freut sich in Hamburg über das rege Interesse neuer Mitglieder. Brandon Ortiz aus Ahrensburg ist einer von ihnen.
Der 23-Jährige stammt aus Mexiko und hat sich in der Hansestadt um einen Studienplatz beworben. Jetzt nutzt er seine freie Zeit um auf dem frisch asphaltierten Padel-Court hinter der Tennishalle neue Kontakte zu knüpfen. „Ich habe hier viele Mitspieler aus Spanien oder Argentinien
kennengelernt, das finde ich klasse“, berichtet er freudestrahlend. Das Gemeinschaftsgefühl spielt beim Padel-Tennis eine große Rolle. Wann immer eine Pause eingelegt wird, versammeln sich die „Padel-holiker“ am Spielfeldrand,
reden und tauschen Taktik-Tipps aus. Die Spieler müssen vorerst zwar noch mit Plastik-Gartenmöbeln Vorlieb nehmen, doch das stört hier niemand. Bis 22 Uhr abends herrscht Hochbetrieb. Kommen kann jeder, der im Verein ist, oder einfach nur Lust hat auf eine unterhaltsame Runde Padel-Tennis zum Stundenpreis. Neulinge spielen bis Ende Juli sogar einmal gratis.

Die Geschichte des Padel-Sports beginnt 1965 in Acapulco. Der Mexikaner Enrique Corcuera baute sich damals, so heißt es, ein Tennisfeld zwischen zwei Häuserwände und zog Maschendrahtzaun herum. Das erste Turnier mit Freunden spielte er mit Schlägern aus Holz. In den 1970-er Jahren schwappte der Kult um das Padel-Spiel nach Spanien und verbreitete sich danach verstärkt in Südamerika und Argentinien. Ähnlich wie beim Squash sind Padel-Plätze auch heute noch ringsherum mit Drahtgitter- und Glaselementen eingezäunt und oben offen. Die Wände werden ins Spiel miteinbezogen, das erfordert viel Reaktionsgeschick und Taktikverständnis. „Padel-Tennis hat so eine Dynamik, die total viel Spaß macht. Man muss sich ständig überlegen: Wo trifft der Ball das Glas? Wo kann ich ihn am besten abfangen? Das ist eine spannende Herausforderung“, sagt Anne Banas.

Doppelt viel Ballkontakt


Die 45-Jährige aus Eilbek hat lange auf einen Padel-Court in Hamburg gewartet. Jetzt trainiert sie fast täglich. Der Schläger, den sie hält, ähnelt einem Kanupaddel – daher vermutlich der Name. Er hat einen kürzeren Griff als ein Tennisschläger und liegt leichter in der Hand. Padel-Profi Neidhardt weiß: „Für die Hand-Augenkoordination ist es so leichter den Ball zu treffen.“ Mit dem Partner an der Seite wird der Ball im Spiel „Zwei gegen Zwei“ zuerst bodenseitig ins gegnerische Feld geschlagen. Danach kann der Gegner den Ball direkt annehmen oder ihn aufspringen lassen und weiterspielen. Typisch für Padel allerdings ist, den Ball an die Wand springen zu lassen. Prallt er ab, fängt man ihn ein und spielt ihn weiter. Alle weiteren Regeln ähneln Tennis. Allerdings: „Beim Tennis verbringt man viel Zeit mit Bälle einsammeln und rumlaufen. Beim Padel gibt es hingegen keine Auslaufflächen und man hat doppelt so viel Ballkontakt wie beim Tennis“, erklärt Neidhardt. Außerdem könne man sich auf dem 10 x 20 Meter kleinen Feldern gut verständigen. Nach Neidhardt ist Padel-Tennis auch ein Sport für ältere Menschen. Gelenkschonender, weil die Schwungbewegungen mit dem Schläger recht kurz und in kleinen Radien verlaufen. Und weil der Quarzsand das Wegrutschen verhindert. „Im Grunde kann jeder Padel lernen, der einen Schläger halten kann. Wir freuen uns über jeden, der es mal ausprobieren will“, so Neidhardt. (sos)
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