Zum Glück war er zu faul fürs Laufen

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Luca Latendorf im Tiefflug auf Balljagd Foto: th

Luca Latendorf: Keeper-Talent auf ganzer Linie

Von Thomas Hoyer
Billstedt/Glinde
Mit Luca Latendorf steht ein junger Sportler in den Startlöchern, der auf dem besten Weg ist, ein guter Fußballtorwart zu werden. Luca begann mit sechs Jahren beim TSV Glinde Fußball zu spielen. „Mein erster Trainer war mein Vater, der mir noch heute erzählt, dass ich damals zu faul zum Laufen war und deshalb von Anfang an am liebsten im Tor gespielt habe“, erinnert sich der 22-Jährige, der später mit einigen Freunden zum TSV Reinbek wechselte und anschließend in der Jugend des VfL Lohbrügge das Tor hütete.

Schule vor Fußballkarriere

Mit zwölf Jahren war seine Fußballkarriere dann vorerst beendet. „Ich habe aufgehört. Die Schule war mir damals einfach wichtiger“, so Latendorf, der zunächst seinen Realschulabschluss in Glinde machte, wo er aufwuchs, dann in Hamburg sein Abitur ablegte und sich derzeit in einer Ausbildung zum „Kaufmann für Versicherung und Finanzen“ befindet.
Eher durch Zufall rückte wieder der Fußball in den Fokus. „Mario Schirmer, Schiedsrichter bei der Sportvereinigung Billstedt-Horn, wo mein Vater Trainer gewesen war, fragte mich, ob ich wohl Lust hätte, beim Vereinsturnier um den Emil-Schmidt-Pokal mitzuspielen“, erzählt Luca Latendorf: „Ich sagte zu.“ Offenbar hinterließ Luca bei seinem ungewöhnlichen Comeback einen so guten Eindruck, dass er mit Erfolg an einem Probetraining der zweiten Ligamannschaft teilnahm. Kaum hatte er vier Spiele absolviert, durfte er bereits das Tor der „Ersten“ hüten.

Vorbild Oliver Kahn

In den folgenden Monaten nahm seine Karriere richtig Fahrt auf. Dem Erreichen des Halbfinales im Oddset-Pokal folgte in der Saison 2015/16 der Aufstieg in die Bezirksliga. Luca war in allen Partien dabei. Absolutes Highlight des sympathischen Keepers war am 3. Juli 2016 ein Freundschaftsspiel gegen den FC St. Pauli anlässlich des 125-jährigen Bestehens der SV Billstedt-Horn. Trotz der 0:8-Niederlage seines Teams war Luca der überragende Spieler. Nach der ersten Halbzeit beim Gang in die Kabine zollte Paulis damaliger Trainer Ewald Lienen dem Billstedter großes Lob. Inzwischen spielt Luca Latendorf, dessen Vorbild Oliver Kahn ist, für den Landesligaaufsteiger tus Berne, wo er allerdings zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen musste und erst am 7. Spieltag sein Debüt gab, in der Folge drei Niederlagen mit zwölf Gegentoren kassierte, an denen er aber nahezu schuldlos war. „Das ist richtig bitter gewesen“, so der Keeper. „Aber Verlieren gehört einfach dazu. Ich arbeite weiter intensiv an mir. Mein Ziel ist es, einmal in der Oberliga zu spielen.“
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