Zwei Meistertitel innerhalb einer Woche

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Doppelt hält besser: Renée Lucht (16) gewann in zwei unterschiedlichen Altersklassen (U18 und U21) Foto: Hoyer
 
Renée Lucht beim Training mit Marvin Agarius Foto: Hoyer

Renée Lucht beindruckt bei Judo-Wettkämpfen. 16-Jährige trainiert bei der Hamburger Turnerschaft

Von Thomas Hoyer
Hamm
Ihr erster Titel in der Altersklasse „U18“ war bereits eine Überraschung! Dass sich Renée Lucht, Mitglied der Judoabteilung der Hamburger Turnerschaft, nur eine Woche später auch bei den „U21-ern“ auf das oberste Treppchen kämpfen würde, ist eine Sensation!
Nach ihrem unerwarteten ersten Platz bei den Deutschen U18-Meisterschaften (wir berichteten) nahm Renée die Chance wahr, auch bei den nationalen U21-Titelkämpfen an den Start zu gehen. Noch von der Euphoriewelle getragen, konnte die 16-Jährige zum Auftakt zweimal vorzeitig gewinnen, wobei sie ihre zweite Gegnerin nach nur neun Sekunden durch eine Kontertechnik bezwang.
Auch im Halbfinale bedeuteten zwei mittlere Wertungen („Wasari“) einen Sieg vor Ablauf der Kampfzeit. Als Außenseiterin traf die Braungurt-Trägerin dann im Finale auf Vizeeuropa-meisterin Michelle Goschin (BC Samurai Berlin) und gewann. Dabei entwickelte sich eine spannende Auseinandersetzung, die die Hamburgerin, 22 Sekunden vor Schluss, mit einer kleinen Wertung („Yuko“) – für einen nicht perfekt ausgeführten O-Soto-Gari – gewann. „Am Anfang konnte ich meine zweiten Titel gar nicht fassen“, erzählt Renée Lucht.
Auch Vereinstrainer Dennis Blödorn war voll des Lobes über seinen jungen Schützling: „Renée verfügt über große physische Stärke und einen unbedingten Siegeswillen. Der U21-Titel war für mich eine echte Sensation.“
Der Judosport wurde Renée Lucht in die Wiege gelegt. Vor allem in ihrer Familie mütterlicherseits schreibt man die japanische Kampfkunst ganz groß. So verwundert es nicht, dass Renée bereits 2002 als Vierjährige Mitglied der Judoabteilung im 1.FC Hellbrook wurde. 2005 legte sie dort ihre Prüfung zum weiß-gelben Gurt ab.
2008 schloss sich Renée dem Bramfelder SV an, wo sie noch im selben Jahr Hamburger Meisterin ihrer Alters- und Gewichtsklasse wurde. Erstmals überregional konnte das talentierte Mädchen dann bei den Norddeutschen U14-Titelkämpfen 2009 mit dem Gewinn der Bronzemedaille in der Kategorie bis 44 Kilogramm auf sich aufmerksam machen. 2011 wechselte Reneé Lucht zur Hamburger Turnerschaft von 1816.
Im November 2011 feierte die Bramfelderin ihren bis dahin größten Erfolg, als sie in der Klasse bis 63 Kilogramm Norddeutsche U14-Meisterin wurde. Ihr Debüt bei Deutschen Meisterschaften feierte die Schülerin 2012, als ihr mit Platz neun der Sprung unter die TopTen gelang.
Zwar gehörte eine Trainings-Reise 2013 nach Osaka zu den größten Erlebnissen der jungen Sportlerin, doch zog sie sich bei ihrem Japanaufenthalt eine Zerrung im Rücken zu. „Ich konnte kaum noch trainieren, aber intensive Krankengymnastik hat mir schließlich geholfen, wieder richtig fit zu werden“, erzählt Renée, die die 10. Klasse der Elite Schule des Sports am Alten Teichweg besucht.
Der Deutsche Judobund nahm sie Anfang Februar in seinen D/C-Kader auf. Mit dem Gewinn ihrer beiden Meistertitel konnte die Schülerin, die sieben Trainingseinheiten in der Woche absolviert, die in sie gesetzten Erwartungen weit übertreffen. Jetzt hofft sie, dass es auch mit einer Nominierung für die U18-Europameisterschaften im Juli in Sofia klappt. „Mein großes Ziel ist es, an Olympischen Spielen teilzunehmen“, sagt die 16-Jährige. „Aber dahin ist es noch ein langer, harter Weg.“
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