Bebauung verdrängt Traditions-Sportplatz in Hamm

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Der Sportplatz mit Blick auf die benachbarten Kleingärten und Wohnhäuser Foto: fbt
 
Werner Hoffmann will seinen Sportplatz erhalten Foto: fbt
Hamburg: Wendenstraße 478 |

Suche nach Alternativen schwierig – Saga kündigt Gespräche an

Von Frank Berno Timm
Hamm
Werner Hoffmann, ein pensionierter Schiffsingenieur, will es wissen. Angeblich sollen auf seinem Sportplatz an der Wendenstraße Wohnungen gebaut werden. Er verlangt für seinen Verein, SC Hamm 02, Mitsprache bei den Planungen. Das ist eine ziemlich persönliche Geschichte. Werner Hoffmann, er steht kurz vor seinem 80. Geburtstag. Als Junge hat Hoffmann geholfen, die Bombentrichter auf dem Hammer Sportplatz einzuebnen, seit 1947 ist er Vereinsmitglied. Und: 1998 hat er die beiden Häuser am Rand des Sportplatzes für damals 1,3 Mio. DM gebaut: das Vereinsheim und den Jugendtreff. Eigentlich würden die Gebäude ab 2018 dem SC Hamm gehören, weil er sie dann 20 Jahre lang betrieben hat, erzählt er. Doch Wohnungsbaupläne sehen eine andere Verwendung für die Flächen. Zwar stehen die Planungen noch am Anfang. Gunnar Gläser von der SAGA bestätigt aber den Willen, hier Wohnungen zu bauen. Diese Entwicklungsflächen gehörten zu dem mit dem Bezirk Mitte geschlossenen Vertrag zum Bündnis für die Quartiere. Laut Gläser sei die Fläche in einer öffentlichen Veranstaltung im Juli vorgestellt und diskutiert worden – „auch in Verbindung mit einer Verlagerung des Sportplatzes auf benachbarte Flächen“. Die Überlegungen seien im Wohnungsbauprogramm des Bezirkes Mitte nachzulesen, im Internet fänden sich Infos unter dem Stichwort „Pilotquartier südliches Hamm“. Dem Bezirksamt sind die Pläne ebenfalls bekannt, es sei aber „noch nichts spruchreif.“ Werner Hoffmann zieht zwei Skizzen des Vereinsgeländes aus der Tasche. Auf ihnen hat er den U-förmigen Wohnungsbau aufgezeichnet, den er für möglich hält. Der Komplex zieht sich an der Wenden-, der Diagonalstraße entlang des angrenzenden Kanals bis in die Nachbarschaft der Osterbrookschule. Empört ist Hoffmann, dass ein SPD-Politiker ihm gedroht haben soll: Wenn sein Verein nicht an einen anderen Platz ziehe, werde er auch die nächsten 15 Jahre keinen Kunstrasenplatz bekommen, um den sich der SC Hamm 02 bemüht.

Flutlicht erst 2015 erneuert


Hinter den beiden Vereinshäusern und der provisorisch hier etablierten Osterbrook-Kita liegt ein doppelter Sportplatz. Die Flutlichtanlage wurde 2015 erneuert, erzählt Vereinsmitglied Hoffmann. Bei einer Verkleinerung würde ein weiteres Problem auftreten. Denn der Platz ist schon jetzt mit seinen zwei Spielfeldern voll. Rund ein Dutzend Mannschaften vom SC Hamm 02 spielen hier, die Osterbrookschule benutzt den Platz, montags sind Betriebssportgruppen hier, die Leute vom Jugendtreff gehen auf das Gelände. „Wir wollen an den Planungen beteiligt werden“, verlangt er – immerhin besteht der Platz seit 1922 und es gab Zeiten, da hatte der Verein 2.000 Mitglieder, jetzt seien es noch 600. Hoffnung dazu macht eine Aussage aus dem Bezirksamt: Die Sprecherin stellt klar, dass „eine solche Bebauung immer mit Bürgerbeteiligung laufen“ würde. Auch die Saga plant „diverse Gespräche, mit dem Sportverein, zu führen, um die Belange aller Akteure im Quartier aufeinander abzustimmen und belastbare Grundlagen für weitere Planungen zu schaffen“, so Gunnar Gläser.
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