Schlagloch-Alarm

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Conrad Treichel (27) zeigt auf eines von vielen Schlaglöchern in der Hammer Landstraße. Mitunter sind diese mehrere Zentimeter tief und können erhebliche Schäden bei den Fahrzeugen hervorrufen.Foto: Röhe
 
Dieses Schlagloch in der Hammer Landstraße ist fast sieben Zentimeter tief und kann für erhebliche Schäden an Fahrzeugen sorgen. Foto: Röhe

Autofahrer verärgert – Behörde bittet um Informationen

Von Matthias Röhe
Hamm/Horn. „Ich fahre täglich von Hamm nach Winterhude und ich bin schockiert, dass es auf Hamburgs Straßen so viele Schlaglöcher gibt“, sagt Conrad Treichel. Der 27-Jährige ist sauer auf die Behörden. „So was kann echt nicht angehen. Burgstraße, Hammer Landstraße, Borgfelder Straße – überall sind Zentimeter tiefe Schlaglöcher auf den Straßen. Es muss doch möglich sein, schnell und fachmännisch solche Löcher zu beseitigen“, ergänzt Conrad Treichel.
Auch mehrere Wochen nach dem strengen Frost Anfang Dezember vergangenen Jahres sind an vielen Stellen wieder Straßenschäden zu sehen. Beispielsweise in der Hammer Landstraße, Borgfelder Straße, Burgstraße und Großmannstraße. Gefährlich groß tun sich Schlaglöcher auf den Fahrbahnen auf.
Laut Carsten Willms sind es die über Jahre vernachlässigten Straßen, die von Schlaglöchern betroffen sind. „Die Behörden haben lange Zeit ihre Straßen vernachlässigt“, sagt der Verkehrsexperte vom ADAC-Hansa und ergänzt: „Wir haben ein vermehrtes Beschwerdeaufkommen wegen der Schlaglöcher. Für die Horner Landstraße wurden uns zwei größere Schäden gemeldet. Gezählt werden allerdings ausschließlich Schäden, die schriftlich an uns herangetragen wurden. Nicht erfasst werden Meldungen per Telefon oder direkt an die Wegewarte der Stadt.“ Laut Carsten Willms sei besonders auffällig, dass sich Hinweise vermehrt auf Schlaglöcher in den Hauptverkehrsstraßen richten. Dies sei ungewöhnlich – schließlich stünden diese immer unter besonderer Beobachtung der Behörden. Nach Meinung von Till Steffen (Die Grünen) gehen die Straßenschäden auf Fehlentscheidungen der SPD zurück. Geld stünde genug zur Verfügung, allerdings fehle es an Personal, um die Sanierungen schnell genug in Auftrag geben zu können. Bitte lesen Sie weiter auf Seite 3.

Fortsetzung von Seite.1. Hamm/Horn. Anstelle dessen würden die städtischen Ingenieure an der Busbeschleunigung arbeiten. „In den Bezirken fehlen Fachkräfte, um die Bauarbeiten überhaupt ausführen zu können“, bestätigt eine Sprecherin der Verkehrsbehörde. Deshalb würden einige Bezirke bei der Straßensanierung hinterher hinken. „Es sind in etwa ein Drittel der Hamburger Straßen sanierungsbedürftig. Dazu kommen die neuen Schäden, die jeden Winter entstehen. Aktuell können auf Grund der Temperaturen die neuen Schlaglöcher nur geflickt werden“, heißt es aus der Verkehrsbehörde. Dazu seien Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) und Mitarbeiter der Bauhöfe unterwegs, die im Verantwortungsbereich der Bezirksämter liegen. Sie füllen Schlaglöcher provisorisch mit Kaltasphalt. Der hält allerdings erfahrungsgemäß nur wenige Monate – von daher sind die nächsten Schäden durch Wasser und Frost programmiert. Ein Teufelskreis, der den Steuerzahler Jahr für Jahr Millionen Euro kostet. (mr)

Die Fachämter Management des Öffentlichen Raums der Bezirksämter sind für die Öffentlichen Wege in Hamburg zuständig. Autofahrer können Schlaglöcher unter der Rufnummer t 42828-0 bei „HamburgService“ melden. Bitte folgende Angaben machen: Besteht eine Gefährdung? Genaue Ortsangabe (Straße, Hausnummer, markante Punkte), Namen, Anschrift und Telefonnummer (für eventuelle Rückfragen). Wurde die Polizei benachrichtigt? Angaben können auch per Mail schicken werden: revierhammrothenburgsort@hamburg-mitte.hamburg.de, revierinnenstadthafencity@hamburg-mitte.hamburg.de, revierbillstedthorn@hamburg-mitte.hamburg.de. (mr)
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