Schnippeln, Schälen und Servieren

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Keine Scheu vor Küchenarbeit: Wilfried Westphal (hinten l.), Jürgen Hess, Marion Vollmer (hinten r.) und Frederike Herr sind vier von rund 40 Freiwilligen, die sich im Winternotprogramm für Obdachlose einsetzen Foto: Kampe

Hamburger engagieren sich ehrenamtlich für Obdachlose

Bezirk. Um 16.30 Uhr hat sich bereits eine große Menschenmenge vor dem ehemaligen Bürokomplex in der Spaldingstraße versammelt. Alte und junge Hamburger, Familien, Europäer, Verletzte, Frierende. Sie alle warten – sie alle sind willkommen. Minusgrade, Schnee und Frost sind neben Hunger, Armut und Wohnungslosigkeit die wesentlichen Umstände, die obdachlosen Menschen in dieser Jahreszeit normalerweise zu schaffen machen. Um sie vor dem Erfrieren zu schützen, rief der Hamburger Senat in Zusammenarbeit mit der Initiative „Fördern und Wohnen“ das Winternotprogramm ins Leben.
Von November bis April stehen in der Spaldingstraße 1 230 kostenlose Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung, die weder bei Familie noch Freunden unterkommen. Von 17 bis 9 Uhr können diese sich hier aufwärmen, essen, sich waschen und schlafen. Auf Wunsch erfolgt eine medizinische Versorgung oder eine soziale Beratung über mögliche Alternativen zum Leben auf der Straße.

Immer zu wenig Geld

Während die obdachlosen Menschen draußen noch auf den Einlass warten, wird im Gebäude bereits fleißig gearbeitet. Die Zubereitung und die Ausgabe des täglichen Abendbrotes wird von rund 40 engagierten Freiwilligen übernommen. Jeweils drei bis vier Helfer stehen regelmäßig nachmittags in der Hochhausküche, um ab 19 Uhr kalte Speisen wie Brote und Salat anbieten zu können.
Die Zutaten werden von der Hamburger Tafel zur Verfügung gestellt. Für warme Gerichte reichen die Spenden jedoch nicht. „Wir haben nie genug Geld“, berichtet der Ehrenamtliche Wilfried Westphal. Um noch mehr Spendengelder für die Verpflegung der Gäste zu mobilisieren, gründete er gemeinsam mit ein paar Mithelfern den Förderverein „Winternotprogramm für Obdachlose“. Dank einer großzügigen Gabe des Hamburger Spendenparlaments und einer umfangreichen privaten Spende konnten die Freiwilligen den obdachlosen Menschen in diesem Jahr einen warmen Entenflügel mit leckeren Beilagen als Weihnachtsessen auftischen. Ein schönes Geschenk für die notleidenden Seelen. Schnippeln, Schälen und Servieren für den zwischenmenschlichen Zweck. „Wir wollen einfach etwas Gutes tun“, so Jürgen Hess. Über weitere Ehrenamtliche und kleine Spenden würden sich die engagierten Helfer freuen. Ihr Einsatz leistet einen wichtigen Teil zur Verringerung sozialer Not im Stadtteil bzw. in der Hansestadt sowie zur Unterstützung obdachloser Mitbürger. (mk)

Winternotprogramm für Obdachlose, Spaldingstraße 1, Tel.: 236 48 35-0. Zurzeit sind etwa zehn Prozent der Schlafplätze, d.h. sechs Betten für Frauen und 17 Betten für Männer, frei. Spendenkonto des „Winternotprogramm für Obdachlose e.V.“: Hamburger Sparkasse AG, Kontonummer: 1208122561, Bankleitzahl: 200 505 50
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