Smartments für Hamburger Studenten

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Borgfelder Allee: Das neue Smartment-Haus an der Borgfelder-Allee Foto: fbt
 
Junge Leute aus der Borgfelder Allee mit Tristan Wellendorf (rechts) Foto: fbt
Hamburg: Borgfelder Allee 10 |

Neues Wohnheim an der Borgfelder Allee. Nachfrage nach Single-Wohnungen steigt

Von Frank Berno Timm
Hammerbrook
In der Hansestadt suchen immer mehr Ein-Personen-Haushalte eine Wohnung – mehr, als der Wohnungsmarkt hergibt. Das war kürzlich eine der Botschaften zur Eröffnung des Ebba-Simon-Hauses an der Borgfelder-Allee – dazu gab es, hochklassig präsentiert, Musik der Geschwister Felix-Mendelssohn-Bartholdy und Fanny Hensel-Mendelssohn. Die Programmwahl war kein Zufall. Errichtet haben das knapp über 200 Plätze bietende Heim an der Borgfelder Allee, das im Anbau eines Hotels untergebracht ist, zwei Töchter der Moses-Mendelssohn-Stiftung. Man wolle, so ihr Vorstandsvorsitzender Prof. Julius H. Schoeps, mit den „smartment“-Häusern für Studenten, die es an vielen Orten in Deutschland und Österreich gibt, einen Beitrag zur deutsch-jüdischen Erinnerungskultur leisten. Ebba Simon (1906-99), nach der das neue Haus benannt ist, stammte aus der Familie der Beiersdorf-Eigentümer und betätigte sich als Stifterin.

Hamburg ist drittteuerste Stadt

Stefan Brauckmann vom Moses-Mendelssohn-Institut lieferte in einem spannenden Vortrag Zahlen und Fakten (nicht nur) zum Hamburger Wohnungsmarkt. Sowohl bei Miet- als auch bei Eigentumswohnungen habe es sehr deutliche Preissteigerungen gegeben, dies sei eine typische Entwicklung für alle Großstädte – Hamburg ist nach seinen Angaben die drittteuerste Stadt. Ein Wohngemeinschaftszimmer koste im Schnitt 430 Euro monatlich, zentrumsnah (also auch in Uninähe) sei es noch mehr. Dennoch stiegen die Studierendenzahlen noch weiter, auch bei den dualen Ausbildungsgängen. Junge Leute wollten nördlich der Elbe zentrumsnah wohnen, der „Bau von bedarfsangepassten Wohnungen“ sei erforderlich.

Zahl kleiner Haushalte steigt

Zudem nehme die Zahl kleiner Haushalte zu, vor allem der Ein-Personen-Haushalte. Laut Brauckmann sind zudem einkommensstarke Zwei-Personen-Haushalte eine starke Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt. Der Wissenschaftler machte folgende Rechnung auf: Wenn sich eine einzelne Person eine Wohnung von 50 Quadratmeter Größe leisten wolle, koste diese rund 14,25 Euro pro Quadratmeter, also 837,50 Euro insgesamt – dies mache ein Nettoeinkommen von 2.100 Euro monatlich notwendig. Davon seien Berufseinsteiger und Studenten weit entfernt. Brauckmann warf die Frage auf, ob neben der Politik nicht auch die Wohnungswirtschaft günstigen Wohnraum schaffen müsse. Auch Studenten suchten zunehmend private Rückzugsräume; Eltern zahlten mehr für das Unterkommen ihrer Kinder.

Wohlfühl-Haus

Die interessanten Wortbeiträge des Abends wurden durch Anna-Maria Torkel (Mezzosopran, sie ist gerade Gast am Thalia-Theater), Linda Joan Berg (Sopran) und Ana Miceva (Klavier) komplettiert. Die drei musizierten Vertonungen aus der Feder der Mendelssohngeschwister Felix und Fanny nach Texten von Heine, Eichendorff und von Fallersleben – hochklassig, heiter und mit „romantischer“ Intensität. Für wen das alles passierte? Zum Beispiel für den 18-jährigen Tristan Wellendorf, Tutor im Ebba-Simon-Haus und in einer Mechatroniker-Ausbildung. Dass er und seine Kollegen sich im „smartment“ wohlfühlen, war zu merken.

Ein voll ausgestattetes Einzel-Apartement ist ab 495 Euro zu haben. Weitere Infos: Studentenapartments Hamburg
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