Straßennamen erinnern auch an Frauen

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Die Döhnerstraße in Hamm ist nun auch nach Sophie Döhner benannt worden Foto: fbt/wb
Hamburg: Döhnerstraße |

Stadt Hamburg ehrt die Namensgeberinnen mit ergänzenden Schildern

Hamburg-Hamm Demnächst werden Handwerker an zwölf Hamburger Straßen neue Zusatzschilder anbringen: Damit sollen Frauen geehrt werden, die bedeutende Mäzeninnen, Autorinnen, Parlamentarierinnen oder Verfolgte des Naziregimes waren (das Wochenblatt berichtete). Zu den so neu aufgewerteten „Verkehrsflächen“, wie es im Amtsdeutsch heißt, gehört die Döhnerstraße in Hamm-Süd. Umbenannt werden die Straßen allerdings nicht, sondern nur „neu gewidmet“.

Stiftungsgründerin Sophie Döhner

Der Name der Straße, die zwischen Eiffe- und Hammer Landstraße in Hamm Süd liegt, hat nichts mit der fleischigen Imbissmahlzeit Döner (ohne h) zu tun: Er gilt Sophie Döhner (geb. Hube, 1817-92) und ihrem Mann August Friedrich Gustav Adolph Döhner (1814-88). Sie gründeten eine Stiftung, die heute noch als Sophie-Döhner-Hube Stiftung im Quellenweg in Hamm beheimatet ist. Die Döhners, so heißt es seitens des Senats, lebten hier. Heute ist die Döhnerstraße eine ruhige Wohnstraße, in der Nähe der Hammer Landstraße, in der nichts an die Namensgeber erinnert. Den Krach der Autos hört man nicht stark, die Wohnhäuser an der Straße machen einen gut gepflegten Eindruck, auf der Westseite wächst eine schöne Baumreihe, Idylle gibt’s gratis dazu: Ein Hund wird spazieren geführt, ein Mann geht mit der zusammengefalteten Zeitung unterm Arm nach Hause, Bauleute kommen aus ein paar Häusern, an denen gearbeitet wird. Mittendrin kreuzt der Dobbelersweg, an der Ecke daneben wächst ein Bunker in die Höhe.

Ortsschulrätin Anna Blos

Hannelore Kaehler, Geschäftsführerin der Sophie-Döhner-Hube-Stiftung kann die Geschichte erzählen, die hinter dem Namen Döhner steckt. Ursprünglich gründete das Ehepaar Döhner in Borgfelde ein Wohnstift für Senioren, das bereits 1888/89 entstand. Im zweiten Weltkrieg wurde es völlig zerstört. Die Stiftung bekam vom Senat ein neues Grundstück am Quellenweg, wo heute etwa 110 alte Menschen leben. Es geht darum, vor allem Bedürftigen zu Wohnraum zu verhelfen, erklärt die Geschäftsführerin. Die günstigen Mieten, sagt die Geschäftsführerin, seien immer wieder in Renovierungen gesteckt worden, zuletzt 2012 in barrierefreie Zugänge. Eine weitere Frau kommt in Horn zu Ehren: An Anna Blos erinnert nun ein Schild in der Blostwiete und im Blosweg. Anna Blos (1866-1933) saß 1919 als einzige Frau der württembergischen SPD in der Weimarer Nationalversammlung und sie war erste Ortsschulrätin in Deutschland. (fbt)

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