Vogelgrippe-Sperre aufgehoben

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Tierheim an der Süderstraße: Ein Helfer deckt die Vogelvolieren wieder ab Foto: HTV
Hamburg: Süderstraße 399 |

Tierheim kann wieder Vögel vermitteln und auswildern. Verein übt Kritik an aktuellen Maßnahmen

Hamm Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) hat erleichtert auf die Aufhebung der Schutzmaßnahmen gegen die Vogelgrippe bzw. Geflügelpest reagiert. Der Betrieb des Tierheims an der Süderstraße sei fast vier Monate enorm eingeschränkt worden, teilte der Verein mit. Seit vergangenem Mittwoch haben alle Auflagen und Verbote ein Ende und es sei nun möglich, allen Tieren zu helfen. Damit ist nicht nur die Anleinpflicht für Hunde und die Einsperrpflicht für Katzen beendet, sondern auch die 55 Wildvögel, die in den Volieren an der Süderstraße leben, könnten nach und nach wieder ausgewildert werden. Insgesamt, so der Tierschutzverein in einer Mitteilung, würden derzeit 135 Heim- und Stallvögel von den Mitarbeitern des Tierheims versorgt. Der Bestand werde, aufgrund der beginnenden Jungtiersaison, nur langsam sinken. Der HTV appelliert daher eindringlich, nur solche Jungvögel der Natur zu entnehmen, die tatsächlich menschliche Hilfe benötigen. „Die Unterbringung der jungen Wildvögel und eine artgemäße Vorbereitung auf ihr Leben in Freiheit wird in diesem Jahr eine noch größere Herausforderung. Wir werden nur nach und nach die Folgen der behördlichen Einschränkungen überwinden können“, so die Einschätzung der 1. Vorsitzenden, Sandra Gulla. Die Maßnahmen gegen die Geflügelpest hätten dazu geführt, dass das Tierheim weder wilde noch domestizierte Vögel aufnehmen konnte. Dazu habe sich der HTV gezwungen gesehen, weil sämtliche Vögel im Fall eines Virusnachweises im Tierheim vorsorglich hätten getötet werden müssen. Andererseits seien alle Volieren voll gewesen, „da auch die Vermittlung von Wohnungsvögeln und die Auswilderung von Wildvögeln durch das so genannte Verbringungsverbot untersagt waren“. Deutlich kritisierte der HTV die Maßnahmen bei Seuchengefahr. Die „massenweise Bestandstötung und dauerhafte Aufstallungsverbote seien nicht zielführend und zudem unethisch“ sagt Sandra Gulla. In Deutschland seien seit Anfang November 2016 über eine Million Vögel getötet worden. Dass die Aufstallung der Tiere keine Garantie für die Verhinderung einer Ansteckung ist, zeigen die vielen Fälle von Geflügelpestausbrüchen in komplett geschlossenen Beständen. Um zukünftige Seuchenausbrüche tiergerechter eindämmen zu können, sprechen sich der HTV und sein Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, für eine vorbeugende Strategie aus. Verschiedene Initiativen planten juristische Schritte gegen die Geflügelpest-Verordnung, um sie zu Fall zu bringen. (fbt)
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