Wohnbauprojekt Elisabethgehölz eingeweiht

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Sie freuen sich über die „Elisa II“: (hinten v. li.): vhw-Vorstand Rainer Quasnitza, Annika Kleine (vhw), Bezirksamtsleiter Falko Droßmann und Mieter-Familie Mathias Kreft und Monika Krolik mit Matilda und Klara Foto: Rose
 
Das Einweihungsfest im Innenhof des neuen Wohnbauprojektes „Elisa II“ mit den Mietern Foto: Rose
Hamburg: Am Elisabethgehölz |

Die Mühe hat sich gelohnt: Der Neubau in Hamm begeistert auch Abriss-Gegner

Von Christiane Rose
Hamm
Zwei Jahre haben die Bauarbeiten gedauert – nun sind schon etwa die Hälfte der Mieter eingezogen: Der Neubau des Wohnblocks „Am Elisabethgehölz“, bekannt unter dem Namen „Elisa“, ist fast fertig. In diesem Sommer sollen alle Wohnungen bezogen sein. Die Wohnungsbaugenossenschaft vhw feierte zusammen mit den Mietern die Einweihung des umstrittenen Bauprojektes. Fast zwei Jahre war um den Erhalt des alten Wohnblocks am Elisabethgehölz gerungen worden (das Wochenblatt berichtete). Die Mieter wollten den fast 100 Jahre alten Schumacherbau im typischen Hamburger Rotklinker-Look erhalten. Doch aus Kostengründen ließ die Genossenschaft vhw den Altbau abreißen und im Stil der alten Elisa wieder neu bauen. Die Sanierung der alten Häuser wäre teurer gewesen als ein Neubau. Nun ist der Ärger von damals beinahe vergessen: „Die Projektentwicklung war ungewöhnlich aufwendig, doch der gemeinsame Einsatz hat sich gelohnt“, meint vhw-Sprecherin Annika Kleine. Genossenschaft, Bezirksamt, Architekten und Mieter hätten alle an einem Strang gezogen: „Das Ergebnis zeigt uns, dass die Entscheidung neu zu bauen, richtig war.“

kleines Paradies in Hamm

Die neue Elisa kann sich sehen lassen und sogar langjähriger Mieter und Abriss-Gegner Mark Hoger meint: „Wir sind alle begeistert.“ Die Genossenschaft habe ihre Versprechen weitgehend eingehalten und die Wünsche der Mieter bei der Planung berücksichtigt, denn sonst hätte die neue Elisa anders ausgesehen. Eine familiengeeignete Wohnanlage ist dabei herausgekommen. Ein kleines Paradies im backsteingeprägten Hamm.

Bezirkschef dankt Gruppe „Rettet Elisa“

Auch Bezirksamtsleiter Falko Droßmann ist voll des Lobes über das gelungene Projekt: „Am Anfang war nichts gut. Es war zwar ein langer, zäher Prozess, aber am Ende ist etwas Gutes herausgekommen.“ Die Diskussion über die Stadtteilverträglichkeit müsse an ganz vielen Stellen geführt werden. „Man muss sich fragen: Kann man den Genossenschaften noch die zehnte Sanierung der alten Backsteinhäuser zumuten oder ist es nicht besser, gleich neu zu bauen“, so Droßmann. Ausdrücklich bedankte er sich bei der Gruppe „Rettet Elisa“, die sich für den Erhalt des Schumacherbaus stark gemacht hat, aber auch die Gestaltung des Neubaus geprägt habe.

3000 Wohnungsbewerber

Wie groß der Bedarf an familienfreundlichem, bezahlbaren Wohnraum in Hamburg-Mitte ist, zeigt die überwältigende Bewerberflut: Über 3000 Parteien hatten sich bei der vhw um eine Wohnung beworben. „Die meisten waren Familien, die aus ihren kleinen Wohnungen rausgewachsen waren“, erklärt Annika Kleine. Das Los habe entschieden, wer – außer den bisherigen Mietern – zum Zuge kam. Bewusst richtet sich das Angebot an Familien mit mittleren und kleinen Einkommen, die in der Single-Hochburg Hamm (60 Prozent sind Einpersonenhaushalte) kaum Wohnraum finden. Die Altmieter, die nun in die neuen Wohnungen zurückkehren, zahlen nur 5,90 Euro pro Quadratmeter, die neuen Mieter zwischen 6,10 Euro und 8,20 Euro, je nach Förderbedarf. Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt bei 12,53 Euro (Mittelwert, Mietspiegel 2015).

102 familienfreundliche Wohnungen

Entstanden sind 102 familienfreundliche Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die gemeinsam mit den Mietern geplant wurden. Sie lassen nun von der Größe und Ausstattung her kaum Wünsche offen. Große Zimmer mit Vinylböden, gemauerte Balkone, zwei Badezimmer, jeweils ein Dusch- und ein Wannenbad. In jedem Aufgang gibt es einen Aufzug. Im Innenhof entsteht ein kleiner Spielplatz. Es gibt eine Tiefgarage und Stellplätze für 200 Fahrräder. Von Außen erinnert alles an den Schumacher-Bau. Der dunkle Backstein steht in farblichem Kontrast zu den Balkon-Umrandungen aus hellem Sandstein. Die Wohnzimmerfenster zieren weiße Sprossen. Auf dem Spielplatz probieren Matilda (5) und Klara (2) schon mal das neue Holzspielgerät im Innenhof aus. Auch ihre Mutter, Monika Krolik, ist froh, eine größere Wohnung gefunden zu haben: „Die Kinder mussten sich ein halbes Zimmer teilen und es gab oft Streit.“ Jetzt haben sie eigene Zimmer – bisher wohnten sie zu viert in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung.
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