Zukunftsmusik für Radfahrer

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Ein Paradies für Radfahrer ist eine Straße ohne Autos Foto: Neschki

Neues Konzept im Bezirk vorgestellt

Von Mike Neschki
Bezirk. Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung desBezirks Hamburg-Mitte hat für Billstedt-Horn ein Radverkehrskonzept ausarbeiten lassen und es der Öffentlichkeit im Stadtteilbüro Billstedt vorgestellt.
Im Verkehrsalltag wird immer wieder deutlich, dass die Interessen von Rad- und Autofahrern in Hamburg schwer in Einklang zu bringen sind.
Viele Radfahrer fühlen sich von der Politik stiefmütterlich behandelt.
Doch seit ein paar Jahren sind Veränderungen erkennbar. Es wurde von allen Seiten erkannt, dass das Potenzial des Fortbewegungsmittels Rad noch lange nicht ausgeschöpft und eine mögliche Alternative zum Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln darstellt. Mittlerweile werden sämtliche Radwege erneuert. Der Plan aber, dies bis 2015 zu schaffen, wird nicht mehr laut ausgesprochen. Inzwischen reicht es nicht mehr, nur die Radwege zu verbreitern. Denn mittlerweile stellen schnelle Pedelecs und E-Bikes neue Ansprüche an die Verkehrsinfrastruktur hinsichtlich der Wahl der Verkehrsanlagen, der Trassierung, Dimensionierung, Signalisierung und Geschwindigkeit.
Der Plan lautet jetzt, die Fahrradnutzung von neun auf 18 Prozent zu steigern. Das aber würde bedeuten, dass die Verkehrssicherheit erhöht und der Ausbau der stadtteilübergreifenden Routen verbessert werden muss. Kosten: fünf Millionen Euro jährlich.
Das neue Konzept sieht ein Hamburgweites Netz von schnellen, urbanen Fahrrad-trassen vor, die die Überwindung auch längerer Strecken in kürzerer Zeit ermöglicht.
Dazu bedarf es eines übergeordneten Netzelements mit gutem Ausbaustandard, das zügiges Fahren über mittlere bis längere Strecken und innerhalb des Stadtteils zwischen wichtigen Zielen auf kürzeren bis mittleren Entfernungen erlaubt.
Dazu braucht es Markierungen für Schutz- und Radfahrstreifen oder den Umbau von „normalen“ Straßen zu Fahrradstraßen, aber auch von Mini-Kreiseln, die notfalls von Bussen und Lkws auch gerade gequert werden können. Weitere Maßnahmen wären die Öffnungen von Einbahnstraßen, Ergänzungen von fehlenden Querungshilfen, vorgezogene Haltelinien an lichtsignalgesteuerten Knotenpunkten für den Radverkehr, Erneuerung oder Ergänzung von Markierungen und Beschilderungen und eine Ausbesserung baulicher Mängel und Trassenpflege. „Bestimmte Teile dieses Konzeptes greifen zu sehr ineinander und sind dadurch allein nicht zu realisieren,“ so Daniel Ebbers von der beauftragten p3-agentur, „aber eine punktuelle und damit wesentlich kostengünstiger Durchführung ist im ersten Schritt auch machbar.“
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