Jahresbericht 2013 der Seemannsmission am Krayenkamp: Seeleute bleiben immer länger in der Seemannsmission

Anzeige
Inka Peschke

Veränderte wirtschaftliche Bedingungen wirken sich bis in die Deutsche Seemannsmission am Krayenkamp aus:

So weist der aktuelle Jahresbericht 2013 insgesamt 24.597 Übernachtungen von 3.785 Seeleuten aus. Die Seeleute blieben dabei durchschnittlich 6,5 Tage in der „Heimat auf Zeit“ vis-à-vis vom Hamburger Michel. Vor fünf Jahren kamen 22.638 Seeleute ins Haus und bleiben 3,9 Tage. „Die Nachfrage nach Unterkunft und Hilfe für Seeleute in Not ist unvermindert hoch“, sagt Inka Peschke, Geschäftsführerin der Seemannsmission am Krayenkamp. So wurden 2012 insgesamt 3.608 Seeleute und 24.536 Übernachtungen notiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl konstant hoch. Der Fünf-Jahres-Rückblick zeigt indessen strukturelle Unterschiede. 2008 bleiben die Seeleute im Schnitt knapp vier Tage, heute sind es fast zwei Tage mehr.

Peschke: „Offenbar dauert es immer länger, bis Seeleute ohne Heuer einen neuen Job finden. Die Crews auf den Schiffen werden jünger. Oft finden ältere dort nur schwer ihren Platz. Zudem kommen immer mehr Seeleute in die Seemannsmission, die stark hilfsbedürftig sind oder medizinische Betreuung benötigen. In der Seemannsmission können sie mit der Familie telefonieren oder ausruhen. Doch wir haben auch immer mehr Seeleute an Bord der MS Krayenkamp, die länger bei uns sind. Für manche ist die Seemannsmission schon mehr als eine Heimat auf Zeit: Es ist ihr Heim.“

Peschke führt dies auch auf die Lage der Hafenwirtschaft zurück. Die Anzahl der im Hamburger Hafen umgeschlagenen Container steigt. Doch die „Branche ist seit Jahren von einer Krise gekennzeichnet. Überkapazitäten, ein harter Konkurrenzkampf und niedrige Frachtraten prägen das Geschäft - und bringen Verluste“, so die WirtschaftsWoche. Dies hat auch Folgen für die Seeleute, die im Krayenkamp nicht nur Unterkunft, sondern auch soziale Hilfe erhalten: 522 psycho-soziale Gespräche und Gespräche mit Behörden wurden geführt. 278 Behörden-Anträge wurden gestellt. Für 130 Seeleute wurde eine Heuer gesucht (Erfolgsquote 10 Prozent). 261 Bescheinigungen und Lebensläufe wurden ausgefertigt. 31 Kranke wurden besucht. Zudem werden 178 Koffer verwahrt.

Peschke: „Wer auf 2013 zurückblickt, sieht Erfolge im Hafen: Mehr Container, mehr Kreuzfahrtschiffe. Bei all dem wollen wir die nicht vergessen, die zu diesen Erfolgen beitragen und hinter den Zahlen stehen“, so Peschke. Über 90 Prozent des Welthandels geht über See, fast 70 Prozent des deutschen Im- und Exports. Der größte Teil passiert das Tor zur Welt Hamburg.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige