Lokschuppen und Eisenbahnmuseum Aumühle

Anzeige
  Gegenüber dem Bahnhof kann man ein Hinweisschild sehen, auf dem die Richtung zum Eisenbahnmuseum angezeigt wird. Jahrelang bin ich daran vorbei gefahren und sagte immer zu mir, dass ich es mir beim nächsten Mal ansehen werde.

Heute war es soweit und ich bog nach links ab, um auf den kleinen Parkplatz zu gelangen. Es nieselte und der Boden war ein wenig matschig, aber es ging noch so.

Beim Aussteigen fiel mir wieder ein Schild vom Museum auf, auf den zu lesen stand, dass das Eisenbahnmuseum nur sonntags von 11.00 – 17.00 Uhr geöffnet hat.

Umkehren? Nein, nun war ich mal da und wollte zumindest mal von aussen sehen, wie es aussieht.

Der Weg zum Lokschuppen führte mich durch den schönen Sachsenwald, der auch bei Nieselregen seine Schönheit hat und dazu Ruhe und Erholung bietet. Das nächste Schild in Höhe der Reithalle sagte mir, dass es von hier aus nur noch 4 Gehminuten sind.

Also Marsch und nebenbei die Natur geniessen.
Hurra, ich hatte es geschafft und auf einer kleinen Anhöhe sah ich den Lokschuppen und davor die geschlossenen Schranken. Kein Wunder, denn heute ist ja erst Samstag.
Ich machte von aussen ein paar Fotos und wollte gerade wieder gehen, als ich einen älteren Herren bemerkte, der in Richtung Schranke ging. Er fragte mich, ob ich interessiert sei, öffnete die Schranke und lud mich auf das Gelände ein. Er war einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter, der seine Freizeit dazu nutzte, die altehrwürdigen historischen Loks und Waggons zu restaurieren.

Auf dem Vorplatz konnte ich nun eine alte Lok vor diversen aus der Kaiserzeit stammenden Waggons sehen.

Da waren der rostfarbene dreiachsige preussische Abteilwagen aus dem Jahre 1905 mit Reichsadler und Kaiserkrone, der grüne dreiachsige preussische Abteilwagen von 1912, ein dunkelgrüner dreiachsiger Durchgangswagen aus Preussen von 1914, ein grüner zweiachsiger Durchgangswagen von 1928 und ein hellgrüner zweiachsiger Kranwagen von 1891 aus Kaiserslautern.

Auf dem Nebengleis standen dann wieder der zweiachsige Durchgangswagen von 1927, für Reisende ohne Traglasten, ein Hundertjahre alter Güterwagen und ein preussischer Post- und Gepäckwagen von 1905.

Neben dem Lokschuppen können wir den Triebzug 1624 Altona der Vorortbahn Blankenese - Ohlsdorf sehen, der im Jahre 1927 in Görlitz gebaut wurde.

Im dunklen Lokschuppen gab es eine rote Dieselmechanische Klein-Rangierlok V8 von 1952, die 1972 ihre Arbeit auf meiner alten Lehrstelle Norderwerft verrichtete, beim Ziehen von Kesselwagen. Diese Dampflok der Reihe T3 soll typisch für die Kleinbahnzeit gewesen sein, wo Zylinder, Steuerung, der Kessel und die Feuerbüchse offen liegen.

An der Wand des Schuppens im Innenraum sind diverse Haltestellenschilder angebracht, wie Wohltorf, Müssen, Veddel und Stadtpark.

Elektrische Kleinbahn Altrahlstedt - Volksdorf - Wohldorf
Dies ist keine Straßenbahn. Sie war jedoch einer Straßenbahn ähnlich. Es ist die einzige Kleinbahn bzw. Straßenbahn in Hamburg, der ein eigenes kleines i Museum gewidmet ist.
1.10.1904 Eröffnet von Elektrische Kleinbahn Altrahlstedt-Volksdorf AG, Muttergesellschaft Berthold & Ernst Körting.
Bhf Rahlstedt - Oldenfelder Bahnhofstraße - Meiendorfer Straße - Meiendorfer Weg - Volksdorfer Wald - Farmsener Landstraße - Bhf Volksdorf
9.05.1907 Verlängerung Bhf Volksdorf - Buckhorn - Ohlstedt - Tannenallee - Wohldorf
15.04.1923 Bhf Volksdorf - Wohldorf
24.10.1923 "Kleinbahnersatzverkehr" nur an diesem Tag auf der Strecke Bhf Rahlstedt - Bhf Volksdorf wegen einer Betriebsstörung der Walddörferbahn (verursacht durch den bewaffneten "Hamburger Aufstand").
1.02.1925 Parallelbetrieb mit dem am gleichen Tage eröffneten Teilstück Bhf Volksdorf - Bhf Ohlstedt der Walddörferbahn.

Sechs Wochen später wird der Personenverkehr der Kleinbahn auf die Teilstrecke Bhf Ohlstedt - Wohldorf reduziert. Bis einschließlich Sommer 1929 finden an Feiertagen Verstärkerfahrten auf dem Teilstück Bhf Volksdorf - Bhf Ohlstedt statt.
1.05.1934 Einstellung des Güterverkehrs
ab Nov. 1934 bis Frühjahr 1935: Abbau aller Streckenteile südlich vom Bhf Ohlstedt.
29.01.1961 Betrieb eingestellt
3.02.1961 einmalige letzte Sonderfahrt

Einen grünen Kleinbahnwagen Wohltorf – Volksdorf – Alt Rahlstedt können wir noch bewundern und zuletzt die Tenderlok der Prenzlauer Kreisbahn, gebaut im Jahre 1902 in Berlin. Hiervon machte ich auch ein Gegenlichtfoto vom offenen Fahrstand.

Weiterhin gibt es eine Handhebeldraisine, die Feldbahn, das Lehrstellwerk und die Strassenbahnmodellanlage.

Beim Verlassen des Geländes, nach Entrichtung einer gebührenden Spende, verabschiedete mich ein Stahlrad aus dem Waggonbau.

In dem Flyer steht zu lesen, dass sich zurzeit auf dem Gelände über zwanzig Regelspurfahrzeuge aus dem Norddeutsche Raum befinden.

Ein Besuch lohnt sich und mit 0 € Eintritt belastet es die Urlaubs- oder Ausflugskasse in keinster Weise.

Es wird aber für die ehrenamtliche Arbeit um eine kleine Spende gebeten.

Es gibt auch noch zwei andere Standorte:

1.) Museumsbahn Schönberger Strand
2.) Nahverkehrsmuseum Kleinbahnhof Wohldorf

Kontakt über:
Claus Thiele
+49408991143
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige