Auf „Erpresser“-Jagd wie bei CSI

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Ermittlungsarbeit: Mohammed (16), Niklas (15), Lea (15) und Miriam (16) erhitzen Jod im Labor, um mit dem Gas anschließend eventuelle Fingerabdrücke sichtbar zu machen Foto: tel
Hamburg: Höhnkoppelort 24 |

Bramfelder Gymnasiasten ermitteln. Wissenschaft kann richtig spannend sein

Von Michael Hertel
Bramfeld
Hatte Clara Schumann, Ehefrau des Komponisten Robert Schumann, ein Verhältnis mit Johannes Brahms? Ein geheimnisvoller Brief an einen Musiklehrer am Johannes-Brahms-Gymnasium (JBG) legt das nahe. Im Stile eines Erpressers will der unbekannte Briefschreiber „Beweise gegen Geld“ liefern. Das ließ die 20 Schülerinnen und Schüler des Oberstufen-Vorbereitungskurses „Medizin & Life Science“ nicht ruhen: Auf Vorschlag von Kursleiter Nikolai Wollik (34) riefen sie die „CSI am JBG“ aus und knöpften sich den geheimnisvollen Brief im schuleigenen Chemielabor vor. Sie erhitzten Jodpartikel in einem hitzebeständigen Glasgefäß und hielten den Brief in die Jod-Dämpfe. „Das Jod wird sublimiert und lässt vorhandene Fingerabdrücke an dem Brief sichtbar werden“, erklärt Lea (15). Das Ganze natürlich rein wissenschaftlich, sowohl in der Theorie (ausführliche Protokollierung der entsprechenden Experimente) als auch in der Praxis (immer mit Schutzbrille und Kittel). Und tatsächlich: Wie von Geisterhand gemalt, erscheinen plötzlich Abdrücke auf dem Papier. „Jetzt brauchen wir sie nur mit den Fingerabdrücken unserer Verdächtigen zu vergleichen, und schon haben wir den Briefschreiber“, freut sich Vanessa (16).

Begeistert über Fächer-Kombi

Beiden Schülerinnen hat das Angebot an dem aus einer Kombination von Bio, Chemie und Geografie bestehenden Kursus am Bramfelder JBG besonders zugesagt. Neben eigenen Schülern nutzen auch Jugendliche der Gymnasien Osterbek und Farmsen sowie der Stadtteilschule Bramfeld gemeinsame Oberstufen-Profile und die entsprechenden Vorbereitungskurse. „Ich will nach dem Abi eventuell Medizin studieren“, blickt Vanessa voraus. Übrigens: Was die Komponisten-Affäre betrifft, bleibt die Sache umstritten, zumal der Erpresserbrief hier nur als Mittel zum Zweck diente. Die echten Beweismittel sollen längst vernichtet worden sein.
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