Bramfeld: Haus der Jugend ist bedroht

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Bramfelder Kidsmit Jugendhaus-Leiterin Claudia Böhme (mit Schal) beim Spiele-Marathon Foto: tel
 
Das Haus der Jugend ist marode Foto: tel
Hamburg: Herthastraße 16 |

Laut der Saga ist das Gebäude ein Sanierungsfall. Kosten sollen durch Mieterhöhung gedeckt werden

Von Michael Hertel
Bramfeld
Frei nach dem Motto „Nur die Harten kommen in den Garten“ startete das Haus der Jugend Bramfeld in der Herthastraße am 19. November seine 8. Spielenacht für Jung und Alt. Es galt, das umfangreiche Spiel- und Bewegungsangebot des Hauses kennenzulernen oder mitgebrachte Spiele bis in den frühen Morgen hinein auszureizen. Die Palette reichte von Klassikern wie „Mensch ärgere Dich nicht“ und Monopoly, über Kickern, Hallenfußball und Billard, bis zum brandaktuellen Spiele-Hit „Luther das Spiel“. Von den knapp 80 Teilnehmern aus ganz Hamburg und Umgebung hielten immerhin 42 bis zum gemeinsamen Frühstück, kurz vor Sonnenaufgang am Sonntagmorgen durch. Unterdessen brauen sich über der beliebten Einrichtung dunkle Wolken zusammen. Das Haus sei, heißt es in einer Vorlage an den Jugendhilfeausschuss des Bezirks, stark sanierungsbedürftig. Die Saga als Vermieter hat das Gebäude durch Fachleute prüfen lassen, eine Mängelliste aufgestellt, und beziffert die Sanierungskosten auf rund 450.000 Euro.

Bezirk hat noch nichts entschieden


Der Vermieter kündigte an, die Sanierungskosten durch eine Erhöhung der Miete um 1400 Euro im Monat wieder hereinholen zu wollen. Eine energetische Sanierung würde immerhin zu Heizkosteneinsparungen von 30 bis 40 Prozent führen. Dennoch stiege die Mehrbelastung des Bezirks von 9.300 auf 11.200 Euro im Jahr. „Wir fürchten, dass die Schadensliste für das Haus noch nicht vollständig ist und womöglich noch eine Dachsanierung dazukommt“, erklärte der Bezirksabgeordnete Marc Buttler (SPD) gegenüber dem Wochenblatt. Ob der Bezirk auf die Vorschläge der Saga eingeht, steht noch nicht fest. Aus Kreisen der Kommunalpolitik kommt der Vorschlag, der Bezirk könne sich zur Abwehr einer Mieterhöhung doch besser gleich an den Sanierungskosten beteiligen.

Kommentar: Finger weg vom Haus der Jugend


Das Haus der Jugend in Bramfeld ist sanierungsbedürftig, keine Frage. Zwar wird das Gebäude innen gut in Schuss gehalten. Aber man muss sich nur mal die einfach verglasten Scheiben ansehen um zu erkennen, dass das weder staatlichen Klimazielen noch den aktuellen Vorschriften entsprechen kann. Das Einfachste wäre sicherlich, den Kostenfaktor abzustoßen, wie man es schon mit einigen Häusern der Jugend in den vergangenen Jahren gemacht hat. Manch Kommunalpolitiker mag so schlicht denken. Aber davon kann man nur abraten. An der Herthastraße wird unter knappster Personaldecke eine tolle
Jugendarbeit geleistet. Das Haus ist offen für alle was man nicht von allen Jugendeinrichtungen im Bezirk behaupten kann. Wie schwer es ist, einmal zerstörte Strukturen wieder aufzubauen, sehen wir an Kundenzentren und in vielen anderen Verwaltungsbereichen. Zusammen mit der benachbarten Bücherhalle bildet die Einrichtung ein lebendiges kulturelles Zetrum am Marktplatz in einem ebenso lebendigen, wachsenden Stadtteil. Bramfeld braucht das Haus der Jugend. Saniert! (Michael Hertel)

Weitere Infos: Haus der Jugend Bramfeld
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