Gedenkstätte Bullenhuser Damm

Anzeige
Gedenkstätte Bullenhuser Damm
  Angefangen hatte es mit meinem Besuch des KZ Neuengamme, der sehr tiefgreifend war. Hier konnte ich sehen, wie sauber und akkurat deutsch die Barracken ausgerichtet waren.


Ich konnte erfahren, dass die Häftlinge hier Betonfertigteile für die Plattenbauten Poppenbüttel fertigten, damit die ausgebombte Hamburger Bevölkerung eine Unterkunft bekam. Die weiblichen polnischen Häftlinge, die im Aussenlager Sasel untergebracht waren, bauten diese Plattenhaussiedlungen unter schwierigsten und unmenschlichen Bedingungen.


Die 20 unschuldigen Kinder, die Im KZ Neuengamme zu medizinischen Experimenten missbraucht wurden, wollte man nicht von den herannahenden britischen Truppen finden lassen und brachte sie am Bullenhuser Damm um.


An diesem Gebäude befindet sich ein Schild mit dem Namen


„Janusz-Korczak-Schule“


Janusz Korczak war ein jüdischer Schriftsteller und damaliger Leiter des Warschauer Waisenhauses. Er wurde am 05.08.1942 von den Nazis im Lager Treblinka ermordet. Auf Beschluss des Hamburger Senats trägt dieses Gebäude seit 1980 seinen Namen.

Das Gebäude wurde am 20.04.1945 zur Stätte des Grauens, weil SS Leute aus dem Lager Neuengamme hier 20 jüdische Kinder, die bei medizinischen Experimenten durch den SS Arzt Kurt Heißmeyer mit Tuberkuloseerregern infiziert wurden, bestialisch ermordeten.

Da die Alliierten immer näher kamen und man diese Gräueltaten vertuschen wollte, holte man die Kinder und betäubte sie mit Morphin. Ein SS Unterscharführer holte die Kinder einzeln heraus und erhängte sie im Heizungskeller. Mit ihnen wurden ebenfalls noch 28 Pfleger und Kriegsgefangene aus der Sowjetunion ermordet.


Um die Spuren dieses Verbrechens zu beseitigen, wurden die sterblichen Überreste ins Lager Neuengamme zurück gebracht und im dortigen Krematorium verbrannt. Angeblich soll die Asche auf die dortigen Felder gestreut worden sein.


Auf dem Schild an dem Gebäude steht zu lesen:

„Dieses Schulgebäude
wurde von den Nationalsozialisten
kurz vor dem Ende der Gewaltherrschaft
zu einem Aussenkommando
des Konzentrationslagers Neuengamme
gemacht.

Hier sind am 20. April 1945 zwanzig jüdische Kinder
Zwei niederländische Pfleger
Zwei französische Ärzte und
Vierundzwanzig sowjetische Kriegsgefangene
Von SS Leuten erhängt worden.

Die Namen der Kinder vom Bullenhuser Damm

Alexander Hornemann, 8 Jahre aus Eindhoven
Eduard Hornemann, 12 Jahre aus Eindhoven
Jacueline Morgenstern, 12 Jaher aus Parisd
H. Wassermann, 8 Jahre aus Polen
Riwka Herzberg, 7 Jahre aus Polen
W. Junglieb, 6 Jahre aus Jugoslawien
Marek James, 6 Jahre aus Radom
Lelka Birnbaum, 6 Jahre aus Polen
Georges Andre Kohn, 12 Jahre aus Paris
Surcis Goldinger, 11 Jahre aus Polen
Roman Zeller, 12 Jahre aus Polen
Eduard Reichenbaum, 10 Jahre aus Kattowitz
Lea Klygermann, 8 Jahre aus Ostrowiec
Sergio de Simone, 10 Jahre aus Neapel
Marek Steinbaum, 10 Jahre aus Radom
Mania Altmann, 5 Jahre aus Radom
Blumel Mekler, 11 Jahre aus Polen
Ruchla Zylberberg, 9 Jahre aus Zawichost
Roman Wintonski, 7 Jahre aus Radom
Eleonora Witonska, 5 Jahre aus Radom.

Sie sollen unvergessen sein.

17 Strassen in Hamburg wurden zur Erinnerung mit den Namen der ermordeten Kinder benannt.

Auch in Eindhoven gibt es heute einen Brüder-Hornemann Park und ein Denkmal für sie.

Hinter dieser Schule, in der Grossmannstrasse befindet sich der Rosengarten zur Erinnerung an die Kinder und ebenso an die ermordeten Erwachsenen.

In Gedenken an die Toten kann man hier eine Rose pflanzen.



Es soll uns stets eine Mahnung sein, dass so etwas nie wieder geschehen darf.



Heute besuchte ich die Gedenkstätte und sie war geöffnet.

Am Eingang erwartete mich die Mitarbeiterin, die mich in die Ausstellungsräume begleitete und mir anbot, meine Fragen erschöpfend zu beantworten.

Im Eingangsbereich befand sich gleich ein Kranz der Jüdischen Gemeinde zu Hamburg..

Durch den Raum, in dem sich eine grosse Anzahl Hinweistafeln mit der Geschichte der Schule Bullenhuser Damm befanden, kam ich in den Raum, in dem sich das erschreckende Verbrechen zugetragen habe soll. Es war bedrückend in dem Raum zu stehen und die schreckliche Geschichte an den Wänden nachzuvollziehen. Wenn ich mir dazu das Video wieder ansehe, läuft es mir erneut kalt über den Rücken.

Hier standen die Namen der zwanzig unschuldigen Kinder und ihrer vier Begleiter.
Vor der schlichten weissen Wand lag ein Kranz aus den Niederlanden, ein Gesteck aus Belgien und Spielsachen, die für die Kinder abgelegt wurden.

Ich sah Briefe an sie und Kerzengläser.

Hier lagen auch die obligatorischen Steine des Jüdischen Glaubens für die Ermordeten.

Historie zu den Steinen:

Beim Auszug aus Ägypten war die Zeit bemessen. Tote konnten nicht erdbestattet werden. Damit der Leichnam vor wilden Tieren geschützt war, wurden Steine über die toten Körper gelegt. Der Brauch verfestigte sich im Laufe der Geschichte. So ist es auch heute noch und niemand sollte die Steine entfernen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige