„Interaktiver Treffpunkt“

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Der 13-jährige Timo Hagen bei einer Partie Billard im neuen Clubraum des Hauses der Jugend Fotos: Thiele
 

Haus der Jugend Steilshoop nun endlich im Ausweichquartier

Von Ulrich Thiele

STEILSHOOP. Lange musste Steilshoops Jugend warten, jetzt ist es aber endlich so weit: Das Haus der Jugend (HdJ) hat seine Pforten wieder geöffnet.

Die Räumlichkeiten in den ehemaligen Werkstätten des Bildungszentrums im Gropiusring 43 sollen bis zur Fertigstellung des neuen Gebäudes im Jahr 2019 als Interimslösung dienen, der Eingang befindet sich links neben dem Parkplatz der Gesamtschule auf dem Fußweg Richtung Bramfelder See.

„Das Haus der Jugend war 43 Jahre an einer Stelle, das ist natürlich ein Einschnitt. Wir hatten vorher immer 250 Besucher täglich, das muss sich jetzt erstmal wieder einpendeln. Aber das wird schon wieder“, sagt Einrichtungsleiterin Simone Bock optimistisch. Besonders das große Außengelände samt Basketball- und Fußballfeld, der offen gestaltete Clubraum mit Tresen als interaktivem Treffpunkt sowie der fließende Übergang zur Stadtteilschule am See, die sich im selben Gebäude befindet, eignen sich der Sozialpädagogin zufolge bestens für die optimale Fortsetzung der Arbeit „als Schatzsucher nach den Talenten der Jugendlichen“, wie sie es nennt. Nach der langen Auszeit haben die Leiterin und ihre Kollegen nun für die Sommerferien ein vollgepacktes Programm geplant: „Es wird viele Ferienaktivitäten geben. Vor allem die Motocross-Gruppe und die Segelarbeit mit ihren Ferienreisen sind Höhepunkte“, verkündet sie.

Auch für den Steilshooper Timo Hagen ist die Wiedereröffnung langersehnt. Der 13-Jährige, der im HdJ den meisten unter seinem Spitznamen „Timbooo“ bekannt ist, kommt bereits seit fünf Jahren fast täglich zum Haus der Jugend. „Ich habe hier viel erlebt“, sagt er. Im Gespräch über seine Beziehung zum HdJ berichtet Timo viel, ungehemmt und enthusiastisch, er kommt gar nicht mehr heraus aus den Liebeserklärungen. „Hier ist jeder wie ein Familienmitglied. Ich habe hier Freunde gefunden, vorher hatte ich ehrlich gesagt nicht so viele in der Schule. Ich habe hier mehr Selbstbewusstsein bekommen, um Leute anzusprechen. Das fiel mir vorher schwer“, erinnert er sich. 2011 kam er erstmals für den Gitarrenunterricht ins HdJ, wo er sich schnell mit zwei Praktikanten anfreundete.

„Von da an habe ich alles mitgemacht“, sagt er. Segelkurse, Musik, vom HdJ organisierte Reisen, und, und, und. „Irgendwann habe ich gesehen, dass die anderen mitmachen und zum Beispiel hinter dem Tresen mithelfen. Da habe ich mir gedacht: Das kann ich auch! Seitdem arbeite ich als ehrenamtlicher Mitarbeiter für alle möglichen Projekte“, erzählt er. Auf die Panini-Tauschbörse, die er gemeinsam mit einem HdJ-Mitarbeiter organisiert, ist er besonders stolz. Vom Umzug des HdJ ist Timo indes nicht so begeistert: „Ich finde das blöd. Vorher gab es mehr Platz.

Die Bühne hat sich verkleinert, der Tresen ist auch kürzer geworden und es gibt weniger Sitzmöglichkeiten“, ärgert sich der 13-Jährige. „Ich freue mich zwar auf das neue HdJ, weil da der Clubraum größer wird. Aber es soll leider weniger Musikräume geben, das finde ich auch nicht so cool. Die haben halt nicht daran gedacht, dass wir Raum brauchen. Das war denen völlig egal, die wollten einfach nur ‘ne Schule bauen“, sagt er wütend über den Bau des Campus Steilshoop. Im Großen und Ganzen aber überwiege doch seine Freude, dass sein HdJ wieder da ist: „Zum Glück ist viel aus dem alten Haus noch da“, sagt Timo und schwärmt: „Wenn es draußen kalt ist, kannst du dich im HdJ mit Freunden treffen, du wirst gefördert, bekommst Hausaufgabenhilfe, oder du kannst im Clubraum Kickern oder Billard spielen und einfach Spaß haben, das ist echt immer bombastisch hier und macht mega Spaß!“

Weitere Informationen rund um das Haus der Jugend in Steilshoop unter: www.hdj-steilshoop.de
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