Radeln durch Hamburg mit Feinstaubmaske?

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Gutachten empfiehlt Radverbindung am Friedrich-Ebert-Damm. Am Friedrich-Ebert-Damm sei es nicht nur sehr laut, es herrsche hohe Feinstaubbelastung so die Kritik Symbolfoto: thinkstock
Hamburg: Friedrich Ebert Damm |

Gutachten empfiehlt im Bezirk Wandsbek Radverbindung am Friedrich-Ebert-Damm

Von Rainer Glitz
Tonndorf/Farmsen
Die ersten Ideen für das Wandsbeker Radverkehrskonzept haben bereits für heftige Diskussionen gesorgt. Vor allem der Vorschlag, den Korridor A zwischen Friedrichsberg und Farmsen durch die Walddörferstraße zu führen und dort zwischen Stephanstraße und Berner Heerweg eine Fahrradstraße zu errichten, rief Befürworter und Gegner auf den Plan.

Korridor A am Friedrich-Ebert-Damm entlang

Die Gewerbetreibenden gingen auf die Barrikaden. Der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss befasste sich jetzt erneut mit der geplanten schnellen Radverbindung. Mit einer überraschenden Wendung: Die „vertiefte Prüfung“ des Planungsbüros PGV-Alrutz aus Hannover ergab eine Empfehlung, den Korridor A über den Friedrich-Ebert-Damm zu führen. Die anderen Varianten Walddörferstraße und Wandsewanderweg wären damit aus dem Rennen. Die Gutachter prüften jeweils Alltagstauglichkeit, baulichen Aufwand und mögliche Nutzungskonflikte der drei Varianten. Die Walddörferstraße sei sehr schmal, deshalb müssten insgesamt 110 Bäume und 209 Parkplätze weichen. Trotz hohen Aufwands mit entsprechenden Kosten seien Konflikte zwischen Rad- und Autofahrern zu erwarten. Der Friedrich-Ebert-Damm dagegen sei gut erschlossen, es gebe viel Platz und nutzbare Nebenfahrbahnen auf der Südseite. Nur zehn Bäume und 57 Parkplätze fielen weg. Vor allem sei der Rad-Korridor zeitnah umsetzbar. Das gab die besten Bewertungen. Die schlechtesten Noten erhielt der Wandsewanderweg: Der habe Erholungscharakter. Beleuchtung, mehrere Brücken und eine zweite Fahrspur würden zu hohen Kosten führen. Es bliebe bei Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern, so das Gutachten.

Fraktionen erleichtert

„Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen“, kommentierte Sören Niehaus von der CDU die Empfehlung gegen die Walddörferstraße. Diese müsse trotzdem instandgesetzt werden, regte Lars Kocherscheid-Dahm von der SPD an. Die Politik solle den Dialog weiterführen, sagte Dennis Paustian-Döscher von den Grünen. Die Gewerbetreibenden aus der Walddörferstraße machten sich trotz des Gutachtens erneut für den Wandsewanderweg als Route stark. Zur Empfehlung kam auch Kritik aus dem Publikum. Die Nebenfahrbahnen seien eigentlich Parkplätze, die bestehenden Radwege teils marode. Und: Am Friedrich-Ebert-Damm sei es nicht nur sehr laut, es herrsche hohe Feinstaubbelastung. Am Ende müssten Radler dort mit Maske fahren?
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1 Kommentar
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J. Stender aus Wandsbek | 04.05.2017 | 16:53  
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