Wer ist hier am Zug?

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Roberto Diamanti zeigt, wie es anders gehen würde. Zwischen Restaurant und Schule gibt es genug Platz, um einen Fahrgast-unterstand zu bauen, der Sinn macht. Foto: Sobersko

Buswahnsinn am Dorfplatz

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. Man geht mittlerweile achtlos an ihr vorüber, aber dennoch bleibt sie ein dauerndes Ärgernis: Die Baugrube direkt am Bramfelder Dorfplatz, an der Einmündung zur Schule Bramfelder Dorfplatz und dem Restaurant Diamanti. Geplant war oder ist ein Bushaltestellen-Häuschen, wie es sie in ganz Hamburg zu hunderten gibt. Was ist nun das Problem mit diesem ganz speziellen Häuschen? Warum wird hier nicht weiter gebaut? Der Inhaber des Restaurants Diamanti, Roberto Diamanti, hatte zunächst Widerspruch gegen den Bau eingelegt. Und dafür gab er gleich mehrere Gründe an: Zum einen ist der Standort des Häuschens, in der Fachsprache Fahrgastunterstand genannt, seiner Ansicht nach unsinnig. Durch den sich davor befindlichen Stromkasten, kann man die Busse, die die Haltestelle anfahren, überhaupt nicht sehen. Zweitens stünde der geplante Fahrgastunterstand weniger als drei Meter von der Fahrbahnkante entfernt. Für Schulkinder die für gewöhnlich herumalbern, ist die Nähe zu den fahrenden Autos zu gefährlich. Und zu guter Letzt will Roberto Diamanti gar nicht verhehlen, dass er ein eigenes Interesse daran hat, dass der Unterstand dort nicht gebaut wird. Es würde komplett das Werbeschild des Restaurants verdecken. Ausgerechnet das Schild, dass den Autofahrern von der Bramfelder Chaussee kommend anzeigt, wo das Restaurant zu finden ist. „Man muss noch viel weiter zurückgehen, um zu verstehen, wie unsinnig diese ganze Bushaltestelle konzipiert ist“, so Roberto Diamanti. „Diese Bushaltestelle ist ein einziges Provisorium und sollte in dieser Form nur eine Übergangslösung sein. Damals stand die Idee der Stadtbahn ja nach noch im Raum“. Inzwischen hat der Restaurantbesitzer, der dem Bezirksamt Wandsbek nicht nur sinnvolle Gegenvorschläge gemacht, wo der Fahrgastunterstand stattdessen stehen könnte, sondern darüber hinaus auch noch eigens einen Stadtplaner beauftragt, einen Vorschlag auszuarbeiten, wie man die gesamte Haltestelle am Dorfplatz sinnvoll umbauen könnte. Denn nicht nur, dass diese in ihrer jetzigen Form umständlich für Fahrgäste und Busfahrer ist, mittlerweile hat sich gezeigt, dass sie sogar eine Behinderung darstellt. Vor etwa vier Wochen kam es zu einer extremen Stauung, weil zwei Busse die Haltestelle blockierten. In diesem Augenblick musste die Feuerwehr den Dorfplatz passieren und blieb aufgrund dieser Stauung dort „hängen“. Auch wenn Roberto Diamanti nach wie vor das Häuschen an dieser Stelle für falsch hält, hat er nun keine weiteren rechtlichen Schritte mehr unternommen. Er erhofft sich nun eine Reaktion des Bezirksamtes auf die Vorschläge des Stadtplaners, die – laut Roberto Diamanti – dem Bezirksamt vorliegen. Auf Nachfrage beim Bezirksamt erhielt das WochenBlatt hingegen folgende Information: „Gegen das Vorhaben, an geplanter Stelle einem Fahrgastunterstand aufzustellen, wurde Widerspruch eingelegt. Das Widerspruchsverfahren läuft noch, die vorzunehmende rechtliche Prüfung ist noch nicht abgeschlossen. Dem Bezirksamt ist bekannt, dass der Restaurantbetreiber Überlegungen zur Umgestaltung des Bramfelder Dorfplatzes anstellt beziehungsweise anstellen will. Konkrete Planungen im Sinne umsetzungsfähiger Entwürfe sind dem Bezirksamt jedoch nicht bekannt.“ Wer ist hier jetzt am Zug, fragt sich nun. (ts)
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