Bombenalarm in Wandsbek

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Der Fund der Schüler rief Polizei, Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst auf den Plan. Das Gebiet in Wandsbek wurde vorsorglich geräumt Foto: Kuchenbecker

Schülerfund bei Umweltaktion löst Großeinsatz aus

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek. Es sollte ein nachhaltiger Beitrag für die Umwelt und Natur werden. Doch dann endete das Schulprojekt an der Wandse für 25 Schülerinnen und Schülern der Berufsschule für Handel und Verwaltung Anckelmannstraße ganz spektakulär – mit einem vermeidlichen Bombenfund und einer Evakuierung.
Lehrer Frank Rettmer (40) hatte sich sein Hanse-Umwelt-Projekt anders vorgestellt. Das Schulprojekt ist preisgekrönt, weil Rettmer den Schülern die Gewässerrenaturierung praxisnah näherbringt.

Projekttag fällt ins Wasser

Seit drei Jahren existiert dieses Projekt, das sich in diesem Jahr allerdings als Opfer widriger Umstände entpuppte. Unter dem Motto „H1 geht den Bach runter“ startete es im Mai und musste kurzfristig wegen heftiger Regenschauer abgesagt werden. Die Wandse war damals vollgelaufen und fast über die Ufer getreten, was das Arbeiten mit Kies und Geröll unmöglich machte. Rettmer suchte einen neuen Termin, fand den am vergangenen Mittwoch. Pünktlich um 8 Uhr ging es für die Schüler auf der kleinen Wiese nahe des Busdepots an der Wendemuthstraße los. Ihre Aufgabe: den Bach von Sand frei zu spülen und die Wandse damit als Lebensraum für Bachbewohner wie Insekten und Fische attraktiver zu machen. In Gummistiefeln und mit Schaufeln arbeiteten sie dazu siebeneinhalb Tonnen Kies in das Flussbett ein. „Wir haben in die Wandse Strömungslenker eingebaut“, erklärt Rettmer. Die sollen dem Fluss eine andere Strömungsgeschwindigkeit verleihen, sie an seichten Stellen erhöhen. Gegen 10 Uhr stießen die Berufsschüler dann auf den seltsamen Fund: „Ein schwarzes Ding“ hievten sie aus dem Wasser auf das Kiesbett. Bei den Lehrkräften Rettmer und Christoph Böttcher (34) schrillten die Alarmglocken! Niemand wusste so genau, was dieser Fund sein könnte. „Wir vermuteten, dass es sich um einen Zünder handeln könnte und verständigten die Polizei“, so der Lehrer weiter. Die Polizei rückte mit zwei Streifenwagen an, sperrte den Grünzug zwischen Wendemuthstraße und Wandsbeker Allee ab.

Kampfmittelräumdienst alamiert

Fluchtartig mussten die Schüler dieses Gebiet verlassen; Schiebkarren, Eimer, alles blieb zurück. Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst kamen hinzu. Martin Schneider, Sprecher der Feuerwehr: „Wir sind für Munitionsfunde aus dem Zweiten Weltkrieg und früher zuständig.“ Doch wie sich herausstellte, handelte es sich bei diesem Fund keineswegs um eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Landeskriminalamt wurde eingeschaltet. Nach einer umfangreich Untersuchung konnte die Polizei jedoch Entwarnung geben: Bei der vermeidlichen Bombe handelte es sich um Teile eines Seenotsignals aus der Schifffahrtstechnik; ohne Rauchkörper, ohne explosive Elemente. Holger Vehren, Sprecher der Polizei Hamburg: „Die Kollegen haben das Teil vernichtet.“ (nk)
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