Politik-Unterricht mit Prominenz

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Schulleiter Arne Gudjons, Norbert Lammert, Stefan Deyda sowie die Schüler Rubin, Reza, Jan-Erik (v. links) Foto: ut
Hamburg: Krausestraße 53 |

Bundestagspräsident Norbert Lammert an der Stadtteilschule Barmbek

Barmbek Gerade hat Norbert Lammert mit einer Rede vor der Bundesversammlung anlässlich der Wahl des neuen Bundespräsidenten geglänzt. Kurz zuvor hatte der Bundestagspräsident noch „Basisarbeit“ an der Stadtteilschule Barmbek geleistet, wo er sich zwei Stunden lang den Fragen von Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe an der Krausestraße stellte. Denn die Schüler des Profils „Politik-Gesellschaft-Wirtschaft“ beschäftigen sich mit Themen wie Terrorismus, Donald Trump, AfD, Flüchtlinge und Hassreden in sozialen Netzwerken.

Hasskommentare sind indiskutabel

Der zweite Mann im Staat, der 2017 nicht mehr für den Bundestag kandidieren wird, gab den Schülern stets eine konkrete Antwort auf die Fragen, die sie über Wochen gemeinsam mit ihrem Lehrer Stefan Deyda erarbeitet hatten. „Oft kann man nicht einfach mit Ja oder Nein antworten“, erklärte der 68-jährige CDU-Politiker, nachdem er auf die Frage nach der Gefährlichkeit der AfD auf die Parallelen zur Entstehung der Grünen Anfang der 1980er-Jahre verwies. Flüchtlinge müssten genauso für die Integration arbeiten wie Deutsche, indem sie Angebote wie Sprachkurse wahrnehmen, Hasskommentare im Internet seien „völlig indiskutabel“. Nur einmal fällt seine Antwort sehr kurz aus. „Ist Trumps ,America first‘ ein tragfähiges Konzept?“, fragte ein Schüler. „Nein“, antwortete Lammert und erntete dafür Beifall.

Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Über allen Antworten schwebte dabei stets Lammerts Appell zur Zusammenarbeit: „Europa macht nur einen Bruchteil der Weltbevölkerung aus, und Deutschland nur einen Bruchteil von Europa. Auf jeden Deutschen kommen allein 20 Chinesen. Wer dann ernsthaft glaubt, dass Deutschland alleine die Probleme der Welt, den Terrorismus besiegen und die Flüchtlingskrise bekämpfen kann, der hat den Schuss nicht gehört. Wir müssen alle zusammenarbeiten“, so Lammert. (ut)
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