Stress auf Nebenstrecke

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Ein Fahrzeugaufkommen wie auf einer Hauptstraße müssen Anwohner der Fritz-Reuter-Straße während der morgendlichen Rush-Hour ertragenFoto: Sobersko
 
Anwohnerin Beate Bernert und ihr Hund Marlow aus der Fritz-Reuter-Straße schaffen es morgens meist nicht von einer Straßenseite auf die andere: Zuviel Verkehr... Foto: Sobersko

Problem „Schleichverkehr“ auf Fritz-Reuter-Straße verschärft sich

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. Das Problem des sogenannten „Schleichverkehrs“ durch die Fritz-Reuter-Straße: Schon vor zwei Jahren berichtete das WochenBlatt darüber, aber es wird laut Anwohnern, die sich jetzt an die Redaktion wandten, immer schlimmer. Dabei gibt es sogar einen zwei Jahre alten Beschluss der Bezirksversammlung, gegen den „Schleichverkehr“ etwa mit dem Aufbau von Betonringen anzugehen. Getan hat bisher allerdings nichts.
Im Sekundentakt fahren die Autos während der „Rush-Hour“ durch die Fritz-Reuter-Straße, um dann rechts in die Fabriciusstraße abzubiegen. Einige halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung (30 km/h) – die meisten nicht. Die Anzahl der durch die Wohngebiete Fritz-Reuter-Straße und Fabriciusstraße fahrenden Autos, die den morgendlichen Staus und zahlreichen Ampeln auf der Bramfelder Chaussee stadteinwärts ausweichen, nimmt stetig zu. Auch andere Nebenstraßen zur Bramfelder Chaussee sind betroffen: Anderheitsallee, Seehof-
allee und Seekamp müssen ebenfalls als Nebenstrecken herhalten. Laut Polizei handelt es sich dabei aber nicht um einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. Ulrich Päßler von der Straßenverkehrsbehörde: „Schleichverkehr ist nicht rechtswidrig, zu hohe Geschwindigkeit schon. Man kann den Autofahrern aber nicht vorschreiben, wo sie entlang fahren sollen. Natürlich kann ich den Unmut der Anwohner verstehen. Aber es käme ja auch kein Anwohner der Bramfelder Chaussee auf die Idee, sich über den Verkehr vor seiner Tür zu beklagen.“
Die SPD hatte im September in der Bezirksversammlung einen Antrag gestellt, um die Ausweitung der Schleichwege zu verhindern. In diesem Falle unter besonderer Betrachtung des geplanten Umbaus der Gründgensstraße ab 2014. Auch ohne dieses Projekt scheint die Lage schlimm genug. Beate Bernert, die in der Fritz-Reuter-Straße wohnt, berichtet, welche Szenen sich direkt vor ihrer Tür abspielen: „Zwischen acht und neun Uhr fahren hier so viel Autos durch, da kommen wir nicht auf die andere Straßenseite.“ Unfälle aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit habe sie auch schon beobachtet. Und auch rüpelhafte Fahrer: „Ein Geländewagen ist auch mal einige Meter auf dem Fußweg langgefahren, weil es sich auf der Straße gestaut hat.“ Ein anderer Anwohner der Straße, Dirk Ludewig, ergänzt: „Außer Acht gelassen wird, dass die kleinen Nebenstraßen baulich gar nicht für ein so hohes Verkehrsaufkommen und Fahrzeuge wie Sattelzüge und Gelenkbusse ausgelegt sind, die regelmäßig stecken bleiben.“ Hier ist nun die Politik am Zug. Das Verkehrsproblem war in der Vergangenheit in den Ausschüssen für Wirtschaft, und Verkehr sowie im Regionalausschuss Thema. Das Bezirksamt bestätigt, dass es dazu bereits einen Beschluss gibt: „Das Bezirksamt nimmt in Absprache mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde und den kommunalpolitischen Gremien Planungen für weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in den Straßen Anderheitsallee, Fritz-Reuter-Straße und Fabriciusstraße auf. Hierbei sollen Maßnahmen ergriffen werden, die die Durchfahrt unattraktiv machen, wie etwa der Einbau von Betonringen.“ Allerdings ist dieser Beschluss aus dem Jahre 2011. Seitdem warten die Anwohner auf dessen Umsetzung.
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