„Wir bleiben am Ball“

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Edda Frieß und Volker Zimmermann gehören zu den vielen Bürgern in Marienthal, die endlich eine neue Ernst-Albers-Brücke wollen Fotos: sim

Seit sechs Jahren fordern Anlieger Neubau der Brücke Ernst-Albers-Straße

Von Siegmund Menzel

Marienthal Der Weg zur ehemaligen Autobahnbrücke in der Ernst-Albers-Straße ist längst mit Unkraut zugewachsen, ein Zaun verhindert den Zutritt. Bürger aus Marienthal sorgen jedoch dafür, dass kein Gras über die Sache wächst, die Brücke nicht in Vergessenheit gerät.

In einem Schreiben an das Hamburger Wochenblatt bringen sie ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation zum Ausdruck, denn
bereits Mitte 2011 sei die marode Brücke aus dem Jahr 1935 abgerissen worden. Einen Ersatzneubau gibt es bis heute nicht, weil eine Anwohnerin aus der Nachbarschaft klagte. Sie argumentierte, dass man von der höher gelegenen Brücke ihr Haus einsehen könne und daher ihre Privatsphäre gestört werde.
Es habe sich um eine wichtige Wegverbindung für Fußgänger zwischen Marienthal und Horn gehandelt, heißt es im Schreiben an die Redaktion. Auf der anderen Seite der Autobahn befinden sich Plätze des Marienthaler-Tennis-und Hockeyclubs (MTHC) und Hallen des Hamburger Tennisverbandes. Leute aus Marienthal, die zum Sport wollen, müssten einen Umweg gehen beziehungsweise radeln, der im Derbyweg besonders für Kinder gefährlich ist. „Er ist sehr schmal und eigent-
lich ein besserer Feldweg mit vielen Schlaglöchern und schlechter Beleuchtung.“ Es gibt keinen Bürgersteig und keinen Radweg, Straßenränder seien
nicht befestigt. Die Bürgerinitiative fordert den Brückenneubau, damit Kinder endlich wieder ungefährdet die südlich der Autobahn befindlichen Sportplätze erreichen können.
Es bestehe weiterhin die Chance, die Brücke barrierefrei herzustellen sagt Pressesprecherin Susanne Meinecke von der Verkehrsbehörde auf Anfrage des Hamburger Wochenblattes. Ein Termin für den Neubau der Ernst-Albers-Brücke könne aber zurzeit nicht genannt werden, da vorab eine erneute rechtliche Absicherung erforderlich ist.
Meinecke informierte zugleich über Hintergründe für die lange Geschichte: Um die neue Brücke, die vom Bund bezahlt wird, wieder herzustellen, musste ein Plangenehmigungsverfahren durchgeführt werden. Die neue Brücke soll barrierefrei ausgeführt werden. Da der hierfür nötige Bau von Rampen einen höheren Flächenbedarf hat, wirke sich dieses auf die unmittelbaren Nachbargrundstücke aus. Ein betroffener Anlieger habe gegen die Genehmigung Klage eingereicht. Das Gericht würdigte die Argumente und setzte die Genehmigung vorerst aus.
Es gehe darum, „am Ball zu bleiben, damit die neue Brücke nicht unter den Tisch fällt“, sagte Sybille Bellingrodt. Die ganze Familie spielt Tennis und muss bereits seit sechs Jahren Umwege über die Stoltenbrücke oder die Rennbahnbrücke in Kauf nehmen.
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1 Kommentar
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Stephan Krämer aus Marienthal | 08.07.2017 | 19:27  
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