Seniorenberatung? Lieber keinen Termin bei solchen Anrufen

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Hamburg: Dulsberg | Heute rief mich mein Nachbar an. Er ist 73 Jahre alt und wohnt einige Häuser weiter. Durch ein gemeinsames Hobby ist über die Jahre ein freundschaftlicher Kontakt entstanden, so war das nichts besonderes.

Er erzählte mir, er sei eben von einer Gesellschaft für Seniorenberatung angerufen worden. Im Gespräch hieß es, im Rahmen einer Aktion würde man in der kommenden Woche Senioren im Stadtteil über Notrufsysteme, Betreuungsmöglichkeiten usw beraten wollen. Der Anruf gelte lediglich der Terminplanung.

Meinen Bekannten fiel neben der "süddeutsch klingenden Stimme" die Vorwahl 0226 auf und so war sein Misstrauen geweckt und er verzichtete auf den Termin, beendete das Gespräch und rief mich an. Hier berichte ich nun, was ich dazu herausgefunden habe:

Eine erste Recherche im Internet anhand der Telefonnummer blieb erfolglos.

Mein nächster Schritt galt der Polizei in der Schlossstraße, die freundliche Polizistin gab mir routiniert Hinweise auf den Umgang mit Telefonwerbung und Hausierern. Also, keine telefonischen Verträge vereinbaren, keine Termine mit Fremden machen wenn man alleine ist und diese eben auch nicht hereinlassen. Ich erkundigte mich nach der weiteren Verfahrensweise worauf es hieß, meinen Nachbarn auf künftige Aufmerksamkeit hinzuweisen.

Anschließend habe ich mit dem Mobiltelefon die Nummer die mein Bekannter vom Telefon ablesen konnte angerufen. Tatsächlich meldete sich ein entsprechendes Unternehmen und eine wohl ältere Dame gab bereitwillig Auskunft über Sinn und Zweck der Sache sowie sie mir erklärte, es handele sich um eine bundesweite Unternehmung.

Nun, um ein paar Stichworte reicher, konnte ich erneut Recherche betreiben, fand die Webseite des Vereins und machte mir einen ersten Eindruck, der zunächst sehr positiv wirkte. jedoch fand ich einen weiteren Link im Internet. Die Verbraucherzentrale hat hierzu einen Dialog veröffentlicht ( Link am Ende..) aus dem hervorgeht, dass dieser Verein tatsächlich unabhängig berät, jedoch seinen Ertrag aus Vermittlungsprovisionen erwirtschaftet.

Im Klartext:
Wer sich am Ende dieser Beratung für einen Notrufdienst, einer Pflegelösung, Essen auf Rädern oder einer Versicherung zum Thema Altersversorgung entscheidet, geht irgendwo eine Vertragspflichtige und nicht unbedingt die kostengünstigste Vereinbarung ein, die Geld kostet.

Hamburg kümmert sich um seine Bürger, d.H. : natürlich haben wir auf Hamburg.de auch eine Liste seriöser Beratungsstellen für Senioren - so wie fast jede Stadt in Deutschland. Hier ist der Link dorthin:
https://www.hamburg.de/behoerdenfinder/hamburg/inf...

Hier der Link der Verbraucherzentrale:
http://verbraucherschutz.de/wer-hat-erfahrung-mit-...

Übrigens: Wer kein Internet nutzt, kann auch die Tel. 115 anrufen - das ist die telefonische Variante des Behördenfinders, dort wird man ebenfalls an die richtige Stelle geleitet..
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10 Kommentare
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Thea Bangen aus Dulsberg | 14.01.2016 | 15:38  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 14.01.2016 | 18:00  
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Thea Bangen aus Dulsberg | 14.01.2016 | 18:41  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 20.01.2016 | 11:03  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 20.01.2016 | 11:30  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 21.01.2016 | 10:12  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 21.01.2016 | 10:23  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 21.01.2016 | 13:58  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 21.01.2016 | 15:04  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 22.01.2016 | 10:29  
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