Statt eines Spielberichts: VfL Lohbrügge II - DSC Hanseat 4:2 (0:1)

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Von Ulrich Bunsmann, 2. Vorsitzender des DSC Hanseat


Der DSC Hanseat hat im 3. Saisonspiel erstmals verloren: Nach zweimaliger Führung (Youcef Madadi und Hans-Georg Koch) gab es eine aufgrund der grösseren Zahl gegnerischer Torchancen nicht unverdiente Niederlage. Zwar spielte Schiedsrichter Michael Schulz mit seinem Team in dieser Partie eine ziemlich zweifelhafte Rolle - trotz einer eklatanten Benachteiligung hätte der DSC aber dieses Spiel nicht verlieren müssen, wenn die Dulsberger wirklich als Team aufgetreten wären. Deswegen statt eines Spielberichts ein paar grundsätzliche Überlegungen.

Ja, auch Schiedsrichter machen Fehler und wirken manchmal parteiisch

Es gab in dem Spiel einige Schlüsselszenen, in denen der Schiedsrichter (und z.T. einer seiner Linienrichter) heftige Kritik auf sich zogen: Kurz vor der Pause wurde einem Treffer von Mahmoud Madadi wegen Abseits die Anerkennung verweigert, diese Abseitsentscheidung war so zweifelhaft wie die fehlende Abseitsentscheidung vor dem Lohbrügger 2:2-Ausgleich. Und wenn der Schiedsrichter auf Foulspiel und Freistoss entscheidet, wenn der Lohbrügger Torwart 20 Meter vor dem Tor den allein auf ihn zulaufenden Koch zu Fall bringt, ohne den Ball zu spielen, ist eine Rote Karte für den Übeltäter zwingend, weil er eine klare Torchance vereitelt. Aber kurz nach dem 2:2 benachteiligte eine falsche Abseitsentscheidung die durchgebrochenen Lohbrügger, der zum Lohbrügger 3:2 führende Elfmeter war absolut berechtigt, genauso wie die Rote Karte gegen den DSC'ler Mahmut Armut kurz vor Schluss. Sich am Schiedsrichter abzuarbeiten statt an den Gegenspielern ist nicht nur sinnlos, sondern schadet der eigenen Konzentration und damit der eigenen Leistung. Da benehmen sich die F- und E-Jugendlichen beim DSC-Jugendturnier besser und klüger als scheinbar erwachsene Ligaspieler.

Man lässt seine Mannschaft nicht im Stich


Bis zur 75. Minute spielte Okan Karabacak im defensiven Mittelfeld des DSC eine durchschnittliche Partie, ohne besonders aufzufallen. Dann entschloss er sich zur unrühmlichsten Aktion des ganzen Spiels: Obwohl er nicht verletzt war und auch kein Auswechselspieler mehr zur Verfügung stand, verliess er das Spielfeld und liess seine Mannschaft im Stich, weil er mit der Spielweise eines Mitspielers nicht einverstanden war. Ein Verhalten, das bei einem Jugendspieler nicht akzeptabel wäre, wie dann bei einem erwachsenen Mann. Letztlich macht jeder Spieler während einer Saison bessere und schlechtere Spiele und auch unbedeutende und entscheidende Fehler. Stürmer treffen das leere Tor nicht, Mittelfeldspieler spielen unerreichbare Pässe, Torhüter greifen daneben - und Abwehrspieler machen Stellungsfehler und verursachen Elfmeter. Ein Team versucht denjenigen, der den Fehler gemacht hat, zu unterstützen und wieder aufzurichten. Ob der DSC Hanseat ein Team ist, darf man bezweifeln, wenn man die Reaktionen nach dem von Deniz Geygel verursachten Elfmeter gesehen hat. Und ein Mannschaftskapitän (Mahmut Armut), der sich zu einem Revanchefoul hinreissen lässt und nach dem Spiel zwar das Foul eingesteht, aber jegliche wirkliche Einsicht vermissen lässt, wie dämlich er sich verhalten hat, gibt seinem Team nun wirklich ein denkbar schlechtes Beispiel.

Ohne (Selbst-) Disziplin keine Erfolge


Beim DSC Hanseat gab es in den letzten Jahren etliche Spieler, die vom Talent her durchaus auch in höheren Ligen als der Kreisliga hätten spielen können. Sie hatten alle gemeinsam das gleiche Manko: Ihnen fehlte eine realistische Selbsteinschätzung (wenn man 5:0 verloren hat, kann der Gegner nicht wirklich schlecht gewesen sein), sie hatten ihre Emotionen nicht im Griff, lagen ständig im Clinch mit Schiedsrichtern, Mit- und Gegenspielern, wandelten so ständig dies- oder jenseits der Roten Karten, waren nicht in der Lage, ihre ja durchaus vorhandenen Fähigkeiten dauerhaft in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Aber letztlich ist Fussball nicht Tennis oder Golf, nur wenn eine disziplinierte Mannschaft auf dem Platz steht, in der der Einzelne sich und seine Emotionen zurückzunehmen weiss, kann es Erfolge geben. Eigentlich eine Binsenweisheit, die aber offenbar (siehe oben) allzu leicht in Vergessenheit gerät

Ach so, der DSC Hanseat spielte mit ...


Cetin - Gabric, Mustapha, Rodrigues, D. Geygel - Karabacak, Armut - Koch (B. Polaske), Y. Madadi, M. Madadi - B. Madadi
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