VOM WINDE VERWEHT DIE NERVEN VERLOREN: SPIELABBRUCH BEI DSC HANSEAT - KS POLONIA

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DSC-Kapitän Mahmut Armut ist an sich als besonnener Spieler bekannt.
Hamburg: Sportplatz Vogesenstrasse |

Einen gebrauchten Tag erwischte das Kreisliga-Team des DSC Hanseat am Samstag (15.2.) gegen den KS Polonia. In einem Spiel, das eigentlich schon vor dem Anpfiff entschieden war, lagen die Dulsberger zur Pause mit 0:4 zurück. Und 5 Minuten nach dem Wiederanpfiff verlor Mannschaftskapitän und Linksverteidiger Mahmut Armut nach einer strittigen Schiedsrichterentscheidung derart die Nerven, dass Referee Karsten Roos das Spiel abbrach. Eine zwar regelkonforme, aber letztlich unangemessene Entscheidung.

Vorentscheidung bei der Seitenwahl

Die Seitenwahl bei einem Fussballspiel ist ja eigentlich eine reine Formalie. Anders am Samstag beim Aufeinandertreffen des DSC Hanseat mit dem KS Polonia am Samstag an der Vogesenstrasse. Mit der Seitenwahl hatte ganz offenkundig Polonia das Spiel so gut wie gewonnen. Denn die Dulsberger Abwehr kam mit dem sturmartigen Wind und der tief stehenden Sonne, gegen die sie anspielen mussten, in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht zurecht, sodass Mateusz Schleicher (4.), Lukas Furmanek (9.) und Sebastian Kubicz (12.) ihre Farben schon nach wenigen Minuten fast uneinholbar in Führung brachten. Nur mühsam fanden die Hanseaten ins Spiel, in der 23. Minute dann die erste Grosschance - Bilal Madadi kommt frei zum Schuss, aber Polonia-Keeper Piotr Wiedt pariert. In der 26. Minute dann der nächste Schock für die Dulsberger: Polonia-Kapitän Wawrowski braucht zwar mehrere Minuten und Versuche, bis er einen Freistoss aus 20 Metern ausführen kann, weil der Ball immer wieder "vom Winde verweht" wird. Aber dann trifft er mit heftiger Windunterstützung die Latte, den Abpraller verwandelt letztlich Lukas Furmanek zum 0:4. Danach spielt eigentlich nur noch der DSC Hanseat: Aber Youcef Madadi, Umut Güclü und Bilal Madadi vergeben beste Chancen. Die klarste in der 31. Minute: Mounir Metoui verpasst knapp eine Rechtsflanke vor dem leeren Tor.

Spielabbruch kurz nach der Pause

Mit dem Willen, die jetzt umgekehrten Windverhältnisse zu nutzen, um das Spiel auch in fast aussichtsloser Lage noch zu drehen, kam der DSC Hanseat aus der Pause. Schon in der 46. Minute setzte sich die Reihe guter Chancen aus der 1. Halbzeit fort, der eingewechselte Torben Harders prüfte Polonia-Keeper Wriedt mit einem satten Schuss aus 18 Metern. Auch in den folgenden Minuten drängten die Dulsberger ihren Gegner in die eigene Hälfte zurück. Dann die verhängnisvolle 50. Minute: DSC-LInksverteidiger Mahmut Armut in einem Zweikampf auf Höhe der Mittellinie. Schiedsrichter Karsten Roos entscheidet auf Freistoss. Armut - als besonnener Spieler bekannt - schiebt den Ball zur Seite und trifft dabei seinen Gegenspieler. Eine an sich harmlose Situation, die der Schiedsrichter - aus Sicht des Beobachters deutlich überzogen - als Tätlichkeit wertet und mit einer roten Karte ahndet. Äusserst aufgebracht stürmt Armut auf Referee Roos zu, der sich mit schnellen Schritten aus der Situation herausbringt. Aussagen des Schiedsrichters nach dem Spiel zufolge kommt es dabei auch zu einem Körperkontakt. Während die DSC'ler ihren völlig aus der Fassung geratenen Mitspieler recht schnell wieder beruhigen können (es kommt auch zu keiner "Rudelbildung"), entscheidet sich Referee Roos zum Spielabbruch. Eine zwar wohl regelkonforme und möglicherweise auch menschlich verständliche, aber aus der Gesamtsicht auf ein bis zur beschriebenen Szene weitgehend faires und völlig unauffälliges Spiel doch übertriebene und unangemessene Entscheidung.

Der DSC Hanseat spielte mit ...

Cetin - Gabric (Behnen), M. Madadi, Sarayoglu, Armut - Koch, Karabac (Harders), Metoui, Y. Madadi - B. Madadi, Güclü

Nächstes Pflichtspiel: 1. März

Das nächste Pflichtspiel trägt der DSC Hanseat am Samstag, 1. März, um 15 Uhr an der Vogesenstrasse gegen den Störtebeker SV aus. Das Hinspiel war eines der spektakulärsten dieser Saison und endete 5:5: Dabei konnte der DSC in den letzten 4 Minuten noch einen 5:3-Rückstand egalisieren. Es spricht also manches dafür, die Spiele der Dulsberger weiterhin zu besuchen, auch wenn die Ambitionen nach oben fürs erste einmal erledigt sein dürften.
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