VON DER WUNDERTÜTE ZUR WUNDERKERZE: SPRÜHENDE 3:0-FÜHRUNG ERLISCHT ZUR 4:3-NIEDERLAGE BEI HAMM UNITED II

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Konstanz ist scheinbar eine Eigenschaft, über die die Kreisliga-Kicker des DSC Hanseat nicht wirklich verfügen. Folgte im bisherigen Saison-Verlauf fast schon mit Regelmässigkeit auf ein gutes Spiel ein schwächeres Auftreten der Dulsberger, zeigten sich diese Leistungsschwankungen beim Gastspiel bei Hamm United II in kurzer Folge im Laufe eines Spiels, ja sogar einer Halbzeit.

Magische 15 Minuten


Gegen den Bezirksliga-Absteiger Hamm United II hatte der DSC Hanseat zwar schon nach 2 Minuten durch Stossstürmer Bilal Madadi die frühe Führung auf dem Fuss, kam aber letztlich nur schwer ins Spiel und konnte bis zur 15. Minute nur mit Mühe das Unentschieden halten. Dann legte das Team den Schalter um und zerlegte in den 15 magischen Minuten von Hamm die gegnerische Abwehr nach allen Regeln der Kunst: In der 16. Minute überspielt Youcef Madadi die United-Abwehr mit einem genauen Pass auf Eröksüz am rechten Strafraum-Ecke, der mit seinem Schuss zwar noch am Hammer Keeper scheitert, den Abpraller verwandelt Bilal Madadi zum 0:1. 4 Minuten später fast eine Kopie: Deniz Geygel schlägt einen Freistoss aus dem linken Mittelfeld diagonal an den rechten Strafraum, Bilal Madadi verlängert per Kopf auf Eröksüz, der diesmal mit einem trockenen Schuss aus 12 Metern das 0:2 erzielt. In der 29. Minute wird Youcef Madadi beim einem Solo im Strafraum gefoult, den fälligen Elfer verwandelt Mahmoud Madadi sicher. In der 31. Minute fast das 0:4 durch Bilal Madadi: Nach einem Solo über das halbe Spielfeld scheitert er am United-Keeper. Aber wie bei einer Wunderkerze, die schnell sprüht und ebenso schnell verglüht, dann der Bruch im Dulsberger Spiel: Spieler-Trainer Ghazi Mustapha muss nach einer rüden Attacke im Mittelfeld ausgetauscht werden, damit geht die Ordnung im DSC-Spiel verloren. Mit Konsequenzen: In der 35. Minute kann Hamm United nach einer Ecke und einem Durcheinander im Strafraum auf 1:3 verkürzen (Torschütze: Ukpabia), in der 40. rettet die Latte für Hanseat-Schlussmann Cetin, der in der 44. Minute gegen einen 25 Meter-Sonntagsschuss von Neuenhagen zum 2:3 machtlos war.

Es kam, wie es kommen musste


Zwar kam der DSC Hanseat scheinbar unbeeindruckt von dem Treffer kurz vor der Pause aus der Kabine zurück, Youcef Madadi hatte direkt in der 46. Minute die Chance, den alten Abstand wieder herzustellen. Aber danach konnten die Dulsberger in keiner Phase an die "magischen 15 Minuten" aus der 1. Hälfte anknüpfen. In der 55. Minute konnte Koch zunächst einen Defensiv-Zweikampf kurz vor der rechten Eckfahne gewinnen, um den Ball dann aber doch wieder zu verlieren. Trotz einer 2-zu-1-Überlegenheit konnten Youcef Madadi und Logoglu den jetzt in den Strafraum eindringenden United-Stürmer nur durch ein Foul bremsen, den fälligen Strafstoss verwandelte Kellner sicher zum 3:3. In der 69. Minute ein denkwürdiger Auftritt von Schiedsrichter Hartmut Gertig: Ein Hamm United-Angreifer behinderte DSC-Keeper Cetin beim Abschlag. Anstatt diese Behinderung zu ahnden, zeigte der Referee dem Dulsberger Schlussmann absurderweise die gelbe Karte wegen absichtlichen Handspiels, weil er beim Abschlag die Strafraumgrenze übertreten haben sollte. Dass Cetin danach dem Schiedsrichter applaudierte, zog dann wenig überraschend die gelb-rote Karte nach sich - ein Bärendienst für sein Team. Denn schon in der 73. Minute konnte Hamm United nach einem schönen Angriff gegen die dezimierten Hanseaten erneut durch Ukpabia mit dem 4:3 das Spiel drehen. Der Rest des Spiels verlief dann wenig spektakulär: Die Hammer nahmen durch zahlreiche Verletzungspausen Zeit von der Uhr, der DSC kam zu keiner nennenswerten Torchance mehr. Den Schlusspunkt setzte dann wieder Schiedsrichter Gertig: In der letzten Minute zeigte er Bilal Madadi die gelb-rote Karte, weil der DSC-Angreifer sich heftig über die aus seiner Sicht vorgetäuschten Verletzungspausen beschwert hatte. Ein überflüssiges Ende eines spektakuläres Kreisliga-Spiels, das beste Fussball-Unterhaltung geboten hatte.

Der DSC Hanseat spielte mit ...


Cetin - Gabric, Mustapha (Logoglu), M. Madadi, D. Geygel - Rodrigues, Y. Madadi - Eröksüz (Kumfert), R. Polaske, Koch - B. Madadi
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